Standort : Kontaktbörse Adlershof

Wissenschaftler, Mittelständler und Industrielle: Diese Woche kommen sie in den Forschungslaboren des Wissenschaftsstandortes und Technologieparks Adlershof zusammen. Erstmals finden der „Tag der Chemie“ und der Innovationskongress vom VCI gemeinsam statt.

Philipp Eins

Der „Tag der Chemie“ und der „Innovationskongress Chemie und Biotechnologie“ finden dieses Jahr an zwei aufeinander folgenden Tagen statt – und zwar mitten in der Hauptstadt. Gastgeber sind die Berliner Humboldt-Universität und der Verband der Chemischen Industrie (VCI) Landesverband Nordost. In der Vergangenheit kamen 200 bis 300 Personen zu den Vorträgen in Adlershof.

Breites Angebot

Dieses Jahr beginnt der Berliner Chemietag am Mittwoch, den 23. April mit einer Führung: Gegen 12.30 Uhr können Gäste Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Adlershof besichtigen. Der Campus der Humboldt-Universität ist die letzte Station des Rundgangs. Ab 15 Uhr wird dort der Dissertationspreis Adlershof an den Chemiker Stefan Roggan verliehen. Die Bedeutung der pharmazeutischen Forschung für die Region, aber auch die Karrierechancen von Chemikern in der Industrie sind Gegenstand der Vorträge. Obwohl sich der Tag der Chemie an die breite Öffentlichkeit richtet: Für Studenten und Doktorranden ist das Programm von praktischem Nutzen.

Insbesondere gilt das für die Poster-Schau, die ab 19 Uhr in den Campus-Räumen stattfindet: Rund 130 Chemie-Doktoranden von Berliner Hochschulen stellen auf je einem Plakat ihre Arbeiten vor. Von der Darstellung chemischer Reaktionen bis hin zur Produktion von Materialien für Solarzellen und Computerbildschirme: Die Gegenstände der Forschung sind breit gefächert. „Oberschüler aus dem Leistungskurs Chemie können den Formeln und Skizzen vielleicht noch folgen – für chemiefremde Gäste sind die Darstellungen dagegen zu schwierig“, vermutet Stefan Hecht, Chemieprofessor und Organisator des Berliner Chemietages.

"Sehen, fragen, diskutieren"

Damit sie trotzdem etwas von der Veranstaltung haben, müssen einige der Doktoranden hinter das Pult treten und dem Publikum ihre Plakate erklären. Lediglich fünf Minuten hat jeder Jung-Forscher dafür Zeit. Keine leichte Aufgabe für Wissenschaftler, die gerne ausschweifen. Doch am Tag der Chemie gehört das zum Konzept. „Die Veranstaltung soll wie die Vernissage eines bildenden Künstlers sein“, sagt Hecht. „Das Publikum sieht, fragt und diskutiert.“

Der Innovationskongress Chemie und Biotechnologie spricht dagegen ein Fachpublikum an. Alle zwei bis drei Jahre kommen Vertreter aus Industrie und Wissenschaft auf Einladung des Verbandes der Chemischen Industrie Landesverband Nordost zusammen. Veranstaltet wird jeder Kongress an einer Hochschule in Ostdeutschland. „Nach Halle, Jena und Dresden sind wir dieses Jahr erstmals in Berlin“, sagt Annelie Roth, Sprecherin des VCI Nordost. Fokus der diesjährigen Tagung sind die Forschungsbereiche Katalyse sowie Pharmazie und Diagnostik.

Veranstaltung mit langer Tradition

Die gemeinsamen Veranstaltungen der Berliner Universitäten mit dem Verband der Chemischen Industrie Landesverband Nordost haben eine lange Tradition. Seit 1984 wurde der Tag der Chemie jährlich als Gemeinschaftsveranstaltung mit der Technischen Universität (TU) durchgeführt, 1986 stieg die Freie Universität Berlin (FU) in die Programmreihe mit ein. Nach der politischen Wende wurde erstmalig 1992 mit der Humboldt-Universität, der TU Berlin und der FU Berlin eine gemeinsame Dialog-Veranstaltung durchgeführt. Seit 1993 wurde die Universität Potsdam einbezogen, seit 2001 die Technische Fachhochschule Berlin.

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