Zeitung Heute : Stark in der Analyse Epigenomics sieht den Beginn einer Erfolgsstory

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Manchmal genügt eine gute Idee, um reich zu werden. Dass das nicht immer so ist, hat das Berliner Biotech-Unternehmen Epigenomics bewiesen. Denn gerade in dieser Branche ist und bleibt das Geschäft hochriskant: Ein Geistesblitz in der Vorlaufforschung bietet noch keine Garantie für ein marktfähiges Produkt. Das zeigte sich im Oktober 2005, als Epigenomics einräumen musste, dass ein aussichtsreicher Prognosetest in der Erprobung keine eindeutigen Ergebnisse lieferte.

Epigenomics wird an der Frankfurter Börse gehandelt und hat eine Tochtergesellschaft in Seattle. Mit Hilfe der so genannten DNS-Methylierung wollte das Unternehmen vorhersagen, wie groß die Rückfallwahrscheinlichkeit für Brustkrebspatienten ist. Nun verzögert sich die Studie um weitere sechs bis neun Monate.

Die Zeit drängt, denn der Schweizer Pharmariese Roche hat bereits eine Lizenzoption auf den Prognosetest genommen, nun wurde die Lizenzentscheidung vertagt. Allerdings hält der Weltmarktführer bei derartigen Diagnostika dem deutlich kleineren Berliner Unternehmen die Treue und finanziert die Entwicklung von weiteren Tests.

Zum Glück konnte Epigenomics kurz vor Jahresende melden, dass ein DNA-Methylierungstest für Darmkrebs in einigen großangelegten klinischen Studien erfolgreich war. Roche kaufte sofort die Lizenz, Epigenomics konnte seine Liquidität auf einen Schlag verbessern. „Wir sind hocherfreut und zugleich äußerst erleichtert“, bekannte Alexander Olek, Vorstandschef von Epigenomics. „Dies ist erst der Beginn und nicht der Höhepunkt unserer Erfolgsstory.“

Der neue Darmkrebstest könnte weltweit 246 Millionen Menschen helfen. Das ist für Roche und Epigenomics ein echter Blockbuster. So etwas kommt nicht über Nacht: Epigenomics wurde schon 1998 gegründet, es gehört zu den Pionieren in der Biotechnologie. 145 Mitarbeiter stehen auf seiner Gehaltsliste, davon 111 in Berlin und 34 in Seattle. HS

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