Zeitung Heute : Starke Ideen mit Zukunftspotential

Drei Prämierte, ein Sonderpreis: Zum 28. Mal wurden spannende Entwicklungen ausgezeichnet.

Das Computerzeitalter begann in Berlin. Der Ur-Computer Z 1 – hier ein Nachbau, Konrad Zuses Original wurde im Krieg zerstört – zeigt, dass die Region seit Jahrzehnten immer wieder Innovationen von Weltgeltung hervorbringt. Foto: dapd
Das Computerzeitalter begann in Berlin. Der Ur-Computer Z 1 – hier ein Nachbau, Konrad Zuses Original wurde im Krieg zerstört...Foto: dapd

Große Erfindungen müssen nicht immer aus großen Unternehmen stammen. So sind unter den Nominierten und Gewinnern des Innovationspreises 2011 auch kleine und mittelständische Firmen, die teilweise erst vor kurzem gegründet worden sind. Mit je 10 000 Euro werden jährlich bis zu fünf regionale Unternehmen für ihre besonderen Produkte, Dienstleistungen und Konzepte ausgezeichnet. Seit 1984 wird der Preis von den Ländern Berlin und Brandenburg und privaten Unternehmen ausgelobt. Im Vergleich zu 2010 hat die Zahl der Einreichungen deutlich angezogen: 150 Firmen haben sich beteiligt, 2010 waren es 93 Bewerber.

Zum einen scheint sich ein Aufschwung nach der Krise abzuzeichnen. Zum anderen zeige die „Innovationsstrategie“ (innoBB) Wirkung, glauben die Auslober. Berlin und Brandenburg haben sich 2010 auf sogenannte Zukunftsfelder geeinigt: auf Branchen, die sie als wirtschaftlich vielversprechend und standortstärkend ansehen und fördern möchten. Dazu zählen: Medien, Kreativwirtschaft und Informations- und Kommunikationstechnologie, Biotechnologie und Medizintechnik, Energietechnik, Optik und Mikrosystemtechnik, Verkehrssystemtechnik und Logistik.

Eine große Zahl der Bewerber arbeitet in diesen Bereichen. Ziel ist es, die Firmen zu vernetzen und Kräfte zu bündeln – unabhängig davon, ob sie von der 15-köpfigen Jury mit dem Vorsitzenden Manfred Henneke von der Bundesanstalt für Materialforschung prämiert werden.

Am gestrigen Freitag fand die feierliche Verleihung auf dem Campus der Uni Potsdam statt. Die Berliner Easy Listen GmbH überzeugte mit einer Dienstleistung zur Verbesserung der Tonqualität von Filmen für Senioren und Hörgeschädigte. Die Hennigsdorfer ZIM Plant Technology GmbH gewann mit einem Gerät, das misst, ob Pflanzen Durst haben. Und die Berliner IAV bringt nach Meinung der Jury die Entwicklung von Elektro-Autos preiswürdig voran. Außerdem wurde einmalig der Sonderpreis „Sozialinnovation 2011“ an die Berliner Sozialhelden und ihre Internetplattform wheelmap.org vergeben, auf der man behindertengerechte Museen, Cafés oder auch Postfilialen weltweit einzeichnen kann (siehe Porträts der Preisträger).

Auffällig ist vor allem eines: Die meisten Innovation punkteten entweder als absolute Neuheit oder weil sie kostengünstiger, sparsamer und handlicher sind als alle ihre Vorgänger. Das zeigt sich auch bei einigen der Unternehmen, die ebenfalls nominiert waren: So hat die GeoClima Design AG aus Fürstenwalde einen kleinen, flexiblen Speicher für thermische Energie vorgelegt. Die Innovation von Roland Consult / Stasche & Finger GmbH aus Brandenburg an der Havel ermöglicht, die menschliche Netzhaut in nur einem Diagnostikverfahren nach Augenkrankheiten zu untersuchen. Normalerweise sind dafür zwei Untersuchungsmethoden in getrennten Schritten nötig. Die Tüftler von Semperlux können die kurzlebigen Glühkörper in Berliner Gaslaternen durch LED-Leuchten ersetzen.

Wie immer galten Innovationen als preiswürdig, „die sich mindestens im Stadium experimenteller Entwicklung befinden und eine berechtigte Aussicht auf Markterfolg haben“. Außerdem müssen sie in der Region entstanden sein oder hier produziert und vermarktet werden.

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