STERBEHILFE : Was erlaubt ist

Sterbehilfe sind Handlungen, die die Unterstützung im Sterbeprozess, aber auch aktive Tötung umfassen können.

Aktive Sterbehilfe: Tötung des Patienten auf dessen ausdrücklichen oder vermeintlichen Willen durch Eingreifen von außen, meist durch einen Arzt. Sie ist in Deutschland verboten, auch wenn der Patient es ausdrücklich will.

Aktive Tötung: Die Entscheidung des Arztes, den Patienten zu töten, ohne dass dies mit dem Kranken besprochen wurde.

Indirekte Sterbehilfe: Anwendung von Medikamenten, zum Beispiel Schmerzmitteln, bei denen ein vorzeitiger Tod in Kauf genommen wird. 1996 entschied der Bundesgerichtshof, das dies erlaubt ist.

Beihilfe zum Selbstmord: Die Beihilfe zum Selbstmord ist straffrei. Helfer können aber anschließend wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt werden.

Passive Sterbehilfe: Unterlassung oder Abbruch lebensverlängernder Maßnahmen. Im Endstadium einer unheilbaren Krankheit ist sie seit langem anerkannt. Das Frankfurter Oberlandesgericht hat sie 1998 unter bestimmten Umständen auch für eine Phase erlaubt, in der der Sterbeprozess noch nicht eingesetzt hat. Entscheidend ist dabei der Wunsch des Patienten. Seit Herbst 2009 gibt es klare gesetzliche Regeln für Patientenverfügungen. Seitdem wird das Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen betont. KNA

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