Zeitung Heute : Steuervorteile: Verlustoptimierung bei Fonds unzulässig

Kapitalanleger können Verluste aus einem geschlossenen Immobilienfonds beim Finanzamt nicht geltend machen, wenn es ihnen bei der Geldanlage nur um die Mitnahme von Steuervorteilen ging. Mit diesem am Donnerstag veröffentlichten Urteil hat der Bundesfinanzhof Entscheidungen der Finanzverwaltung und des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz bestätigt. Grundsätzlich sei bei einer auf Dauer angelegten Vermietung die Absicht zu unterstellen, auch Einnahmen zu erwirtschaften. Wenn der Immobilienfonds-Vertrag aber die Möglichkeit vorsehe, die Fondsanteile zurück zu geben, noch bevor die Immobilienobjekte überhaupt Gewinn abwerfen können, dann bestehe offenkundig keine Absicht, durch die Kapitalanlage Einkünfte zu erzielen. In diesem Fall verweigere das Finanzamt dem Anleger die Steuervorteile aus Vermietungsverlusten zu Recht (Aktenzeichen: Bundesfinanzhof IX R 33/97 vom 5.9.2000).

Das Urteil steht in einer Reihe mit anderen neuen Bestimmungen zur Konzeption von Geschlossenen Immobilienfonds. Dazu zählt auch die Einschränkung der Verlustverrechnung. Waren die Modelle in der Vergangenheit so gestrickt, dass sie in erster Linie zur Verringerung der Steuerlast dienten, so streben die in diesem Jahr aufgelegten Fonds zusehends die Erwirtschaftung konkurrenzfähriger Renditen bei keinen oder nur geringen Steuervorteilen an.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!