Zeitung Heute : Stifte, Kreide, Kohle, Rötel

Hans Traxler

Von Hans Traxler



Fritz Weigle alias F.W. Bernstein ist ein Teufelszeichner.

Mit einigem Recht könnte man ihn den „Paganini“ unter den Zeichnern nennen: hochartistisch, tollkühn und oft am Rande des Abgrunds.

Den Wohllaut beherrscht er auch, streicht uns einen rosigen Akt hin wie nur je ein Fragonard oder Boucher, um uns gleich darauf mit dem dicken Pinsel des abstrakten Expressionisten übers Gesicht zu fahren.

Wenn ihn sein Können langweilt, tut er so, als hätte er nie zeichnen gelernt, so wie die Entenmutter vorgibt, sie habe sich einen Flügel gebrochen, um ihre Küken vor dem anschleichenden Fuchs zu retten.

Kaum sind wir auf seine List reingefallen, schwingt er sich mit drei, vier Federstrichen elegant in den Zeichnerhimmel.

Fritz Weigle muss das weltweit größte Arsenal an Stiften, Kreiden, Stahlfedern, Pinseln, Schwämmen, Kratzern, an Kohle und Rötel, an Farben jeglicher Art und Gattung und an Papieren seit den Pharaonen gesammelt haben und nutzen.

Ich glaube, er könnte 100 Jahre alt werden und würde mich immer wieder von Neuem überraschen.

Lieber Fritz, versuch es!

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