Zeitung Heute : Stille Helden

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung feiert in diesem Jahr ein Jubiläum – sie hilft Menschen nach Schicksalsschlägen, seit 125 Jahren

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Bilder: promoDGUV

Ein Mensch, von dem man sagt, er habe Geschichte geschrieben, zeichnet sich dadurch aus, dass er die Welt auf die eine oder andere Weise verändert hat und so zu Unsterblichkeit gelangte. Es gibt jedoch auch Helden, die im Laufe der Zeit aus dem Bewusstsein der Menschen verschwunden sind, weil man sich zu sehr an ihre Existenz gewöhnt hat.

So ergeht es einer der wichtigsten sozialpolitischen Errungenschaften des 19. Jahrhunderts: der gesetzlichen Unfallversicherung. Sie feiert in diesem Jahr ihr 125-jähriges Jubiläum – ein guter Anlass, um einen Blick auf ihre Geschichte zu werfen. Den Startschuss gab der deutsche Reichstag im Jahr 1885 auf Initiative des Reichskanzlers Otto von Bismarck. Infolge der Industrialisierung in Deutschland brauchte man mehr Arbeiter, die aber alle dem Risiko eines Berufsunfalls ausgesetzt waren – eine Absicherung für den Ernstfall war vonnöten. Es wurde festgelegt, dass die Berufsgenossenschaften als Träger der Unfallversicherung die Kosten für die Heilbehandlung und eine Unfallrente bei Minderung der Erwerbsfähigkeit zu tragen hatten. Die Finanzierung der Versicherung oblag den Unternehmern. Mit der Zeit vergrößerten noch zahlreiche Erweiterungen das Paar Schuhe, in das Bismarck die Versicherung einst gesteckt hatte.

Heute sind nicht nur Arbeitnehmer risikoreicher Berufe versichert, sondern alle Beschäftigten sowie Schüler, Kindergartenkinder, Studenten und viele Ehrenamtler, 72 Millionen sind das. Die wenigsten wissen, was die stillen Helden für sie leisten. Für einen Menschen, der durch einen Berufsunfall oder eine Berufskrankheit stark eingeschränkt ist, bietet die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) medizinische Hilfe, sie begleitet auf dem Weg zurück in die Arbeitswelt und in ein selbstbestimmtes Leben. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen als Träger der Unfallversicherung fördern zudem die Rehabilitation auf sozialer und beruflicher Ebene, etwa durch medizinische Behandlung und Hilfestellungen zur Bewältigung alltäglicher Probleme.

Ist die körperliche Gesundheit nach einem Unfall unwiderruflich verloren, kann die Versicherung auch hier eine Perspektive eröffnen: Mit der Kampagne „Fit im Sport – Fit im Job“ fördert die DGUV, der Spitzenverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, den Behindertensport – ein wichtiger Beitrag zur körperlichen Mobilisierung und zur Bewältigung mentaler Probleme. Unterstützung erfährt die Kampagne durch behinderte Spitzensportler wie die Skifahrer Martin Braxenthaler und Gerd Schönfelder. Neben der Beteiligung am International Paralympic Day in Berlin unterstützt die DGUV die „Kliniktour 2010“, die in Begleitung paralympischer Sportler über die Reha-Arbeit der berufsgenossenschaftlichen Kliniken und den Behindertensport informiert. Und außerdem ist sie Förderer des Paralympics-Zeitungs-Projektes.

So schreibt die Unfallversicherung auf ihre eigene Art Geschichte – die stillen Helden sind eben oft die größten. Alles Gute zum Jubiläum! Franziska Ehlert, 18 Jahre

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