Zeitung Heute : Stölzl wird im April vorzeitig gekürt

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Der ehemalige Kultursenator Christoph Stölzl wird voraussichtlich einziger Bewerber für den Landesvorsitz der Berliner CDU bleiben. Nach der Absage des Fraktionschef Frank Steffel ist kein weiterer, mehrheitsfähiger Bewerber in Sicht.

In der Union wird überlegt, ob der Landesparteitag zur Neuwahl des CDU-Vorstands nicht vorgezogen werden könnte. Und zwar vom 25. Mai auf den 20. oder 27. April. Dagegen spricht allerdings, dass die Parteibasis genügend Zeit haben soll, auf Bezirkskonferenzen über den (oder die) Kandidaten und die krisenhafte Lage der Union zu diskutieren.

Spürbarer Widerstand gegen die überraschend schnelle Kandidatur Stölzls regt sich hauptsächlich in den CDU-Kreisverbänden Reinickendorf, Spandau und Tempelhof. Stölzls Unterstützer sind gleichermaßen in den westlichen und östlichen Parteiverbänden zu finden. Vorzugsweise machen sich liberale Parteifunktionäre für den Kulturpolitiker stark, aber auch ausgesprochen konservative CDU-Kreisvorsitzende wie Kurt Wansner (Kreuzberg-Friedrichshain) und Ingo Schmitt (Charlottenburg-Wilmersdorf) wollen Stölzl jetzt zur Seite stehen.

Dass der designierte CDU-Parteichef keine Ahnung hat, wie eine mitgliederstarke Volkspartei zu managen ist, wird auch von engen Vertrauten als Nachteil empfunden. Stölzl soll deshalb ein kompetenter Generalsekretär und ein schlagkräftiges Vorstands-Team helfen, den Landesverband nicht nur intellektuell, sondern auch organisatorisch zu führen. Für den Posten des Generalsekretärs interessieren sich der junge CDU-Vizefraktionschef Mario Czaja (Hellersdorf-Marzahn) und Ex-CDU-Fraktionsgeschä ftsführer Alexander Kaczmarek (Neukölln).

CDU-intern wird betont, dass im künftigen Landesvorstand auf „Steffel-Leute“ nicht verzichtet werden soll. Stölzl will alle wichtigen Flügel und Gruppierungen integrieren. Der Fraktionsvorsitzende Steffel selbst will aber nicht für einen der sieben Stellvertreterposten im Vorstand kandidieren. CDU-intern wird jetzt darüber diskutiert, welche Rolle dem künftigen Landeschef zugebilligt werden soll. Einige Kreisverbände pochen auf ihre traditionell starke Stellung und sehen in Stölzl eher einen „Außenvertreter“ der Partei. Ulrich Zawatka-Gerlach

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