Zeitung Heute : Strafverfolgungsbehörden in den USA testen neue Software

Vlad Georgescou

Gleich fünf Bundesbehörden setzen in den USA auf High-Tech, wenn es um die Überwachung und die Aufklärung krimineller Strafhandlungen geht. Zu ihnen zählen das "Federal Bureau of Investigation" (FBI) und die "Drug Inforcement Agency" (DEA). Während noch vor 15 Jahren jede Behörde - meist für sich - eigene Datenbanken führte und ein Austausch der Daten nicht immer funktionierte, testen derzeit Strafverfolgungsbeamte in Miami, Florida, das sogenannte JABS-System.

Das Kürzel steht für "Joint automated booking system", eine Bezeichnung, die aus den Logistikzentren des amerikanischen Militärs stammt. Ursprünglich für die Kommunikation und Logistik militärischer Einheiten im Kalten Krieg gedacht, kommt das Kommunikationssystem jetzt auch den Bundesbehörden zu Hilfe.

Über Computer tauschen dabei die Beamten gespeicherte Informationen aus. JABS vergleicht alle Datenbanken in Sekundenschnelle. Auf diese Weise entsteht aus einzelnen Informationsfragmenten - in jeweils unterschiedlichen Behörden untergebracht - eine für die Fahndung brauchbare Täterbeschreibung.

Das Hauptproblem jedoch, nicht nur des FBI, liegt nicht in der Erfassung, sondern in der Interpretation der Daten. "Im Haufen von Berichten, Verhörprotokollen, Interviews und Überwachungsinformationen zu stöbern, bedeutet, Zusammenhänge nur noch schwer zu erkennen", heißt es dazu im FBI Law Enforcement Bulletin. Um seine "agents" auf die richtige Fährte zu bringen, setzt die US-Bundespolizei daher auf das Timeline Analysis System (TAS).

Sämtliche Informationen, darunter beispielsweise die bekannten Daten zu Drogenbaronen, legt TAS in Ordnern auf dem PC ab. Gleichzeitig "merkt" es sich Zeiten, Orte und andere, für einen späteren Vergleich wichtige Fakten. Gibt ein Beamter Daten zu einem neuen Fall ein, zeichnet TAS von sich aus Verbindungslinien zu "verwandten" Ordner. Damit registriert das System Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Taten - auch wenn diese auf ersten Blick nichts miteinander zu tun haben.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar