Zeitung Heute : Strategische Partner

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Sie sahen sich in Ljubljana und in Ge- nua, dann in Washington und in Texas. Der bevorstehende russisch-amerikanische Gipfel ist der vierte innerhalb eines Jahres. Dass Russland sich nach dem 11. September, wenn auch mit durchaus spezifischen Beweggründen, die vor allem dem Tschetschenienkrieg geschuldet sind, ohne Zögern der globalen Anti-Terror-Koalition anschloss, machte aus den einstigen Kontrahenten Partner. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Höhepunkt des Gipfels ist der Abschluss der Start-3-Vereinbarungen, mit denen beide Seiten die Anzahl der Kernsprengköpfe ihrer Interkontinentalraketen auf ein Drittel der gegenwärtigen Arsenale absenken wollen.

Fast zehn Jahre brauchte das russische Parlament, um den im nächsten Jahr aus- laufenden Start-1-Vertrag zu ratifizie- ren. Bei Start 2 legte sich der amerikanische Kongress quer, dennoch erfüllten beide Seiten de facto die dort enthaltenen Abmachungen. Über Start 3 reden beide Seiten seit Mitte der Neunziger. Konkrete Verhandlungen begannen allerdings erst im letzen Winter. Noch nie, lobte Außenminister Iwanow, seien „Abrüstungsvereinbarungen von solcher Tragweite in einem derartigen Schweinsgalopp“ unter Dach und Fach gebracht worden.

Zweiter Streitpunkt bleibt die von den Russen verlangte „präzise Definition der Möglichkeiten von Raketenabwehrsystemen". Sie und die damit verbundene dritte russische Forderung – Verzicht auf Stationierung von Waffen im Kosmos – soll laut Iwanow sowohl in das Abkommen als auch in das Abschlusskommunikee‚ des Gipfels, mit dem beide Seiten die Konturen einer neuen strategischen Partnerschaft definieren wollen. Sie scheint möglich. Elke Windisch

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