Zeitung Heute : Streichen, Kneten, Klopfen – Entspannung von leichter Hand

Massagen: ein Wellness-Klassiker. Sie werden immer beliebter

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Massagen gehören zu den WellnessKlassikern. Aber nicht nur, weil der Haut als größtem Sinnesorgan Streichel- und Kneteinheiten gut tun. Massagen wirken auch darüber hinaus: Die Durchblutung von Muskeln und Bindegewebe wird verbessert. Die Lymphgefäße werden angeregt und Schadstoffe so schneller aus dem Körper gespült. Die Regulierung der Muskelspannung unterstützt die Selbstheilungskräfte des Körpers. „Viele Patienten können tiefer schlafen und werden seltener krank als vorher“, sagt Matthias Simon, Geschäftsführer vom Bund der selbstständigen Masseure in Berlin.

Trotzdem gehen nur wenige Menschen von sich aus zum Masseur. Die meisten werden vom Arzt geschickt. Wegen Rücken- oder Muskelschmerzen, Migräne oder zur Nachbehandlung von Operationen – und viele kommen auch nach Abschluss ihrer Behandlung wieder. Dann zahlen sie zwischen 25 und 45 Euro pro Stunde. „Viele bringen ihre eigenen CDs mit“, erzählt Matthias Simon aus seiner Steglitzer Praxis, „und immer häufiger werden wir nach ätherischen Ölen gefragt“. Zusätzlich zu den Teilmassagen würden auch immer häufiger Ganzkörpermassagen verlangt: Arme, Rücken und Beinen.

Bei den Massagetechniken ist die herkömmliche „Knetmassage“ die beliebteste. Gerade Frauen verlangen aber auch häufig Lymphdrainagen. Hier wird durch eine leichte, kreisende Massage mit den Fingern der Lymphfluss angeregt und beispielsweise die Haut um die Augen zum Abschwellen gebracht.

Auch die Physiotherapeuten haben auf die steigende Nachfrage nach Massagen reagiert und bieten sie seit vielen Jahren zusätzlich an. „Massagetechniken gehören zu unserer Ausbildung“, sagt Ilona Bensch vom Berliner Landesverband der Physiotherapeuten. In ihrer Steglitzer Praxis ist die Fußreflexzonenmassage besonders beliebt. Dabei massiert die Therapeutin mit den Fingern einzelne Teile der Füße. Ilona Bensch geht – wie auch andere Physiotherapeuten – davon aus, dass bestimmte Bereiche der Fußsohlen über „Reflexbahnen“ mit anderen Organen in Verbindung stehen und sich so zum Beispiel auch Kopfschmerzen am Fuß „wegmassieren“ lassen. Wissenschaftlich belegt ist das zwar nicht, aber viele Patienten sagen, dass es funktioniere. Genau so wichtig wie die Massagetechnik sei aber, so Bensch, dass man sich dafür Zeit und Ruhe nehme. Vom neuesten Trend in Sachen Massage hält sie daher wenig: Physiotherapeuten, die Kurzmassagen in den Mittagspausen der Büros anbieten. jule

Mehr Informationen auf der Homepage des Bundesverbandes der Physiotherapeuten: www.zvk.org

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