Zeitung Heute : Streichquartette im Palmensaal

Treffpunkt der Avantgarde

Venedig und die Moderne: Das ist nicht nur die Biennale für zeitgenössische Kunst, sondern auch ihr Ableger, die Biennale Musica. Sie wurde 1930 gegründet mit dem Ziel, in Italien endlich der Musik der Gegenwart – wie in Berlin, Wien und Paris – ein Podium zu geben.

Schnell avancierte das Festival zu einem Ort, bei dem nicht nur moderne Musik aus ganz Europa, sondern auch aus Nord- und Südamerika zu erleben war. Bereits im Gründungsjahr standen – neben jüngeren italienischen Komponisten – europäische Namen wie Albert Roussel, Alexandre Tansman, Paul Hindemith, Bela Bartók, William Walton oder Karol Szymanowski auf dem Programm. 1934 dirigierten die Komponisten Darius Milhaud, Igor Strawinsky und Ildebrando Pizzetti in einem gemeinsamen Konzert eigene Werke. Einer der Italiener der ersten Stunde war Gian Francesco Malipiero, der anders als die meisten seiner Zeitgenossen an die Musik der Renaissance anknüpfte, welcher er auch als Musikforscher zu neuem Interesse verhalf.

Nach dem Krieg fand Benjamin Britten als Komponist von Kammermusik und Opern ein begeistertes Echo bei der Biennale Musica, während der junge Bruno Maderna sowohl als Dirigent wie auch als Komponist höchst avantgardistischer Werke Aufsehen erregte. Vierter im Bunde der von Venedig inspirierten Komponisten beim Konzert des Quartetto Prometeo ist Stefano Scodanibbio, Jahrgang 1956, der in seinem 4. Streichquartett ebenfalls direkten Bezug auf die Madrigale Monteverdis genommen hat. M.H.

Palmensaal Neuer Garten, Dienstag, 17. Juni, 20 Uhr

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