Zeitung Heute : Streifenfreie Sicht

Weniger Chemie beim Frühjahrsputz verwenden

Stephanie Saueressig[dpa]
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Auch wenn der Winter noch nicht vorbei ist. Die ersten wärmeren Tage haben Lust auf den Frühling gemacht. Spätestens wenn die Sonne wieder häufiger scheint, wird klar: Der Frühjahrsputz steht an. „Wenn man den Frühling nicht sehen kann, weiß man, dass es Zeit wird, die Fenster zu putzen“, sagt Bärbel Neher vom Deutschen Hausfrauen-Bund aus Karlsruhe.

Zunächst werden die Scheiben innen und außen mit einem Viskose- oder Mikrofasertuch eingeseift. Ein sogenannter Einwascher mit einer Querstange mit Lammfell erleichtert die Arbeit. Danach wird das Reinigungsmittel mit einem Abzieher – einem Handgerät mit Gummileiste – streifenfrei abgenommen. Danach die Rahmen innen und außen abputzen. Bei der Gelegenheit bietet es sich an, die Gardinen abzunehmen und zu waschen.

Zur Reinigung der Fenster eignet sich Bärbel Neher zufolge am besten ein Gemisch aus fünf Litern Wasser, ein paar Tropfen Handspülmittel und etwas Spiritus. Ein teurerer Glasreiniger sei nicht effektiv. „Der ist nur dazu da, kleine Fingertapser schnell wegzumachen.“ Wer im Haushalt auf die Kraft der Chemiekeule schwört, ist auf dem Holzweg, meint auch Heribert Wefers vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland in Berlin: „Handspülmittel, Allzweckreiniger, Scheuermilch und ein saurer Reiniger auf Zitronensäurebasis reichen völlig aus.“ Generell gilt bei Reinigern: Weniger ist mehr. Denn zu viel der Tenside – das sind die waschaktiven Substanzen – verschmieren die Flächen, und diese ziehen dann sogar noch mehr Schmutz an.

Kaum zu glauben, aber wahr: So ein Frühjahrsputz kann Spaß machen. Denn er ist die ideale Gelegenheit, ein neues Wohlfühlgefühl in die Bude zu bringen. „Das, was man sieht, reflektiert sich direkt auf die Seele“, sagt Wohnexpertin Katharina Semling aus Oldenburg. „Deswegen ist es wichtig, sich zu Hause wohlzufühlen.“ Daher sollte die Putzaktion auch zur Reinigung des gesamten Inventars wie Sofas oder Regalen genutzt werden. Auch neue Deko könne aufgestellt und mit dem Kauf von ein paar Boxen oder Körben mehr Stauraum geschaffen werden, so Semling. 

Wer Teller, Becher oder Vasen aussortiert, muss sie nicht wegschmeißen. „Altes Geschirr kann man mit Porzellankleber ineinander kleben und interessante neue Gefäße kreieren“, rät die Einrichtungsexpertin. Wem alte Vasen nicht mehr gefallen, kann sich im Bastelladen flüssiges Gummi kaufen. Die Vase wird stellenweise hineingetaucht und erhält so eine neue Optik.

Ganz Gründliche rücken anschließend der Garderobe zuleibe. Bärbel Neher rät zu einer Sichtkontrolle, wenn man die Regale putzt. Frei nach dem Motto: Was ein Jahr ungetragen im Schrank lag, wird eh nicht mehr angezogen. Beim Ausmisten sollten auch Ritzen und unbenutzte Regale ausgesaugt werden, um Motteneier zu entfernen. Die Löcher werden am besten zugeklebt, in den Schrank sollte anschließend Zedernholz oder Lavendel gelegt werden.Stephanie Saueressig, dpa

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