Zeitung Heute : Streit um Musik-Tauschbörse: Plattenfirmen: Kaum Einigung mit Napster

Plattenfirmen schätzen die Chancen auf eine außergerichtliche Einigung mit der Online-Musiktauschbörse Napster als gering ein. "Ich kann mir spontan eine außergerichtliche Lösung schwer vorstellen", sagte Thomas Stein, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft und Deutschlandchef der Bertelsmann-Tochter BMG. Napster ist zurzeit weiter in Betrieb, nachdem ein Strafaufschub am vergangenen Freitag das gerichtlich angeordnete Abschalten verhindert hatte. Der Verband der US-Plattenindustrie (RIAA) - Mitglieder sind unter anderen BMG und Sony Music - beschuldigt Napster der Musik-Piraterie.

Napster-Chef Hank Barry hatte gesagt, er halte eine außergerichtliche Einigung im ersten größeren Verfahren über Urheberrechte im Internet für möglich. Branchenexperten sagten dagegen, die vorläufige Betriebserlaubnis für Napster werde möglichen Verhandlungen den Garaus machen. Stein sagte, er könne nicht bestätigen, dass bereits Verhandlungen stattfänden. Es hieß in der Branche, dass selbst ein gerichtliches Verbot von Napster keinesfalls verhindern könne, dass Internet-Surfer Musik austauschen. Auch Stein sagte, es werde immer einen Weg geben, Musik illegal über das Internet zu verbreiten. Napster hat nach eigenen Angaben etwa 20 Millionen Nutzer, die Musikdateien im Internet suchen und auf der Internetseite des Unternehmens mit anderen Mitgliedern tauschen.

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