Streng öffentlich : Newsletter von Frau Grütters

Heute entnehmen wir der „Berliner Morgenpost“ die Nachricht, dass Monika Grütters, CDU-Politikerin im Bundestag, sich für eine Bürgeriniative engagiert, die sich die Rettung der deutschen Sprache auf die Fahnen geschrieben hat. Mehr als 4500 Unterzeichner fordern mit ihr, dass das Deutsche als Landessprache im Grundgesetz verankert wird. So etwas ähnliches will die Enquetekommission „Kultur in Deutschland“ des Bundestags auch. Wir wollen an dieser Stelle nicht beurteilen, ob das Abendland untergeht, wenn es in Bahnhöfen Service Points gibt und Homepages mit Content gefüllt werden. Nein, es geht uns um die Qualifikation der gebürtigen Münsteranerin Grütters. In Münster in Westfalen wird übrigens Platt geküert. Da heißen Mädchen Wichter. Und keinen stört es.

Frau Grütters sagte in der 60. Sitzung des Deutschen Bundestags am 26. Oktober 2006 zum Exzellenzwettbewerb der Hochschulen laut Protokoll folgendes: „Ein Förderkriterium für die Förderung dieser Exzellenzcluster sind die Qualität des Wissenstransfers und die wirtschaftliche Relevanz der Forschungsergebnisse. (…) Unter falschem Label wollen wir die gerade so erfolgreich gestartete tatsächliche Exzellenzinitiative nicht verwässern.“

Genau so ist es, ruft der geneigte Zuhörer aus und fragt: Wie stehts eigentlich um das Kulturgüterabkommen? Dazu sagte Grütters in der 79. Sitzung des Plenums am 1. Februar 2007: „Immerhin haben 109 Staaten, darunter Kunsthandelszentren wie Großbritannien und die USA, längst ihr Commitment erklärt. (…) Frau Jochimsen, die Linke hat mit ihrer Empfehlung, das Gesetz nach drei Jahren zu evaluieren im Kulturausschuss eine entsprechende Entschließung bewirkt.“ Bleibt für viele Grütters-Fans nur noch die Frage nach 1. der Juniorprofessur und 2. dem Hochschulpakt. Wir zitieren Grütters aus den Protokollen zu 1.: „Diese Incentives, diese Zusatzfinanzierung durch den Bund, war natürlich eine große Hilfe. (…) So hat zum Beispiel jede Juniorprofessur grundsätzlich eine Tenure-Option.“ Und zu 2.: „Zwar sind die Grünen ja auch in den Ländern nicht in der Regierungsverantwortung, denn dann könnten Sie immerhin Ihre Kritik aus dem exekutiven Off in eine konstruktive Politik umwandeln.“ Auf die Grußworte – oder Statements wie Grütters sie nennt – zur Eröffnung der Ausstellung „Faces of Football“ und zum „Academic Lunch“ muss hier aus Platzgründen leider verzichtet werden.

Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, das aber nachlesen wollen, können sie das auf der Homepage von Frau Grütters tun. Sie bietet nämlich einen Newsletter an. lha

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