STUDENTENFILMFESTIVAL„Sehsüchte“ : Das Politische im Privaten

Dirk Becker

Drogendealer Ismail (Foto) sucht einen Neuanfang. Für sich und seinen jüngeren Bruder. Der 13-jährige Junge versucht, dem Drogensumpf seines Heimatortes zu entkommen und erhält dabei die Hilfe des traumatisierten Ex-Soldaten Daniel. Der israelische Beitrag „Roads“ von Lior Geller aus Tel Aviv gehört für Arne Brücks zu den besten Filmen des diesjährigen „Sehsüchte“-Festivals. Als Student der gastgebenden Potsdamer Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ hat Brücks in der Programmgruppe eine Vorauswahl aus über 1000 Einsendungen treffen müssen.

137 Filme aus 34 Ländern stehen nun im Wettbewerb des 37. Internationalen Studentenfilmfestivals. Charakteristisch ist der kritische Blick der jungen Filmemacher. In diesem Jahr sind es weniger offensichtlich politische Themen. Es geht um Privates – Beziehungen, Einsamkeit, Konflikte zwischen Generationen und Kulturen –, in dem sich gesellschaftliche und politische Probleme widerspiegeln. Die Filme, mal nur eine, mal 60 Minuten lang, werden wie gewohnt in Blöcken gezeigt. Bei deren Wahl haben sich die Organisatoren nicht zu sehr auf Themenkomplexe versteift. Stattdessen steht über allem das auffordernde Motto „Augen auf!“. Mit Afrika hat man in diesem Jahr einen Kontinent in den Fokus gerückt, der auf dem Festival bisher noch unentdeckt blieb. Sechs Filme aus Nigeria, Uganda, Südafrika und Ägypten werden gezeigt, Regisseure und ein Dozent zu Gesprächen erwartet. Doch trotz aller zu erwartenden Ernsthaftigkeit – für Humor und Leichtigkeit wird allein schon durch die zahlreichen Animationsfilme gesorgt sein. Dirk Becker

Thalia-Kino, Do 24.4. bis So 27.4., tgl. ab 11 Uhr, Programm unter www.sehsuechte.de

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