Zeitung Heute : Sturm Gustav erreicht US-Küste

New Orleans/Washington - Mit heftigen Regenschauern und starken Winden hat sich am Montagmorgen (Ortszeit) in den US-Bundesstaaten Louisiana und Mississippi der nahende Hurrikan „Gustav“ angekündigt. Fast zwei Millionen Menschen waren zuvor aus den besonders bedrohten Bundesstaaten an der US-Südküste geflohen. Die Metropole New Orleans glich am Montagmorgen einer Geisterstadt. Da „Gustav“ sich auf die Stärke zwei (von einer Skala bis fünf) abgeschwächt hatte, gab es vorsichtigen Optimismus, dass dieser Hurrikan nicht wie „Katrina“ vor drei Jahren verheerende Schäden verursachen würde.

Weniger als 10 000 Menschen seien noch in der Stadt geblieben, sagte der Gouverneur von Louisiana, Bobby Jindal. Die meisten hatten mit dem nötigsten Gepäck per Auto, Bahn oder Flugzeug die gefährdete Region bis zum Sonntagabend verlassen. Insgesamt befanden sich laut CNN noch rund 100 000 Menschen in der gefährdeten Küstenregion. „Dies wird der erste wirkliche Test sein, ob wir aus Katrina gelernt haben“, meinte der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin. Er hoffe, dass die neuen und die verstärkten alten Deiche jetzt standhalten würden. „Wir als Amerikaner müssen es diesmal richtig machen, wir können es uns nicht leisten, nochmal zu versagen“, wurde Nagin von CNN zitiert. Erst 2011 können die neuen Deichsysteme laut US-Heimatschutzminister Michael Chertoff die Stadt wirkungsvoll schützen.

US-Präsident Bush wollte am Montagvormittag die Einsatzzentralen für den Katastrophenfall in den texanischen Städten Austin und San Antonio besuchen. Die Republikaner diskutieren laut Medienberichten, ihren ursprünglich auf vier Tage angesetzten Parteitag wegen „Gustav“ umzustrukturieren und drastisch zu straffen. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama will Spendengelder und Freiwillige seiner Wahlkampfteams zur Verfügung stellen, um möglichen Opfern zu helfen.dpa

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