Zeitung Heute : Suchmaschine für die Karriereleiter

Roland Koch

Von einem Jubiläum zu sprechen, wäre wohl ein bisschen viel des Guten. Aber immerhin, in einer schnellen und kurzlebigen Welt wie der des Internets, sind fünf Jahre schon ein Meilenstein für Projekte und damit Anlass genug für eine Bilanz. Die hat jetzt die Weiterbildungsdatenbank Berlin gezogen. Seit Anfang 1998 können sich hier alle, die an beruflicher Weiterbildung interessiert sind, die aktuellen Angebote Berliner Bildungsunternehmen zeigen lassen: Mittlerweile sind rund 360 Anbieter mit dem Hauptsitz oder einer Niederlassung in der Hauptstadt unter der Internet-Adresse www.wdb-berlin.de verzeichnet.

Das Angebot auf dem Bildungsmarkt ist riesengroß. Es reicht vom Sprachkurs über die Weiterbildung bis hin zur Umschulung. Allein auf den Internet-Seiten der Weiterbildungsdatenbank finden sich knapp 3000 Eintragungen. Wer da nach einer passenden Maßnahme für den Berufseinstieg oder die Karriereleiter sucht, sieht unter Umständen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Um hier einen systematischen Zugang zu ermöglichen, wurde die Datenbank gegründet. "Das Ziel unseres Internet-Auftritts ist es, einen Überblick über den Weiterbildungsmarkt zu schaffen", sagt Ulrike Laws, Geschäftsführerin der Werbeagentur Europublic, die die Weiterbildungsdatenbank betreibt. "In den Dschungel der Anbieter und Angebote wollen wir mit unserer Datenbank ein Stück Transparenz bringen."

Bildungsträger können sich hier mit ihren aktuellen Angeboten eintragen und diese ständig aktualisieren. Wer eine Bildungsmaßnahme sucht, kann zielgerichtet die passenden Angebote zusammenstellen lassen. Auf übersichtlich gestalteten Seiten werden dazu zunächst die Suchkriterien eingegeben. Neben der einfachen gibt es auch eine erweiterte Suchfunktion. Die aufgelisteten Ergebnisse enthalten neben den relevanten Daten wie Beginn, Dauer und Kosten des Kurses, auch Links zu den Internet-Auftritten der jeweiligen Anbieter.

Ergänzt wird diese Datenbank durch weitere Angebote. Unter dem Stichwort "Nachrichten" wird über Aktuelles aus der Branche berichtet. In einer virtuellen Mediathek, gibt es Angebote zum Selbstlernen, Unterrichtshilfen oder Videos zu einzelnen Berufen. In der Praktika-Börse können Unternehmen gezielt nach Kandidaten suchen und Interessenten Gesuche aufgeben. In einem Dozentenpool lassen sich Lehrkräfte finden.

Das Angebot ist sowohl für die Nutzer als auch für die Anbieter kostenlos. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Senats und mit Hilfe einer EU-Förderung. Auch wer keinen Internet-Zugang hat, kann das Angebot kostenlos nutzen. Im Informationsbüro der Weiterbildungsdatenbank in Mitte kann man selbstständig oder mit Beratung im Angebot surfen.

Eine Gewähr für die Qualität der Angebote ist die Datenbank allerdings nicht. "Ob die einzelnen Bildungsträger auch das halten, was sie versprechen, können wir nicht überprüfen", sagt Ulrike Laws. Doch das scheint die Nutzer nicht abzuschrecken - 168 000 Besucher haben die Weiterbildungsseiten bislang aufgerufen.

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