Zeitung Heute : SÜDSTAATENDRAMA

Wasser und Blut

Markus Raska

Nach dem Tod der Mutter wird der New Yorker Sequan in den Süden der USA zu seiner Tante geschickt. Man ahnt das sich androhende Unheil. Sequan ist schwarz, schwul und trägt eine Brille. Sein Cousin vergewaltigt ihn brutal, in der Schule wird er verprügelt, der Drogendealer hält ihn für einen Konkurrenten. Was auf den ersten Blick nach einem üblen Klischee-Sammelsurium aus Sozial-, Drogen-, Rassen- und Schwulendrama aussieht, entwickelt sich zu einer solide erzählten Geschichte ums Erwachsenwerden. Regisseur John G. Young verbindet die Handlungsstränge geschickt zu einem stimmigen Ganzen. Er baut hemmungslos auf dramaturgische Stereotypen, dennoch bleiben die Schauspieler in ihren Rollen überzeugend. „Wasser und Blut“ ist ein stellenweise sehr feinfühliges, schwules Coming-of-Age-Sozialdrama. Gelungen. Markus Raska

USA 2009, 87 Min., R: John G. Young, D: Derrick Middleton, Elizabeth Debbis

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