Suhrkamp : Eine Mediation ist aussichtslos

Norbert Höhne, Richter am Landgericht Frankfurt, schickt die Suhrkamp-Streithälse zum Mediator. Doch um ein Urteil wird er so nicht herumkommen.

Der  Richter wollte nicht der Henker sein. Noch nicht  jedenfalls. Norbert  Höhne, Richter am Landgericht Frankfurt, hat den zerstrittenen Suhrkamp-Gesellschaftern Aufschub gewährt - auf dass sie sich unter Mithilfe  „außergerichtlicher Mediationsbemühungen“ doch bitte zusammenraufen und den Suhrkamp-Verlag in seiner jetzigen Struktur erhalten mögen. Die Frage ist nur, ob Ulla Unseld-Berkéwicz und ihre Familienstiftung und Minderheitsgesellschafter Hans Barlach und seine Medienholding das wirklich noch wollen.

Eher nicht, den letzten öffentlichen  Äußerungen der beiden nach zu urteilen. Hans Barlach besteht auf dem Rücktritt der Geschäftsführung, dann ist er bereit zu reden und Mediatoren ihre Arbeit tun zu lassen. Ulla Unseld-Berkéwicz setzt darauf, dass ihre durch ein Berliner Urteil ausgesprochene Absetzung als Geschäftsführerin des Verlags in einer Berufungsverhandlung wieder rückgängig gemacht wird. Wo wollen Mediatoren da ansetzen? Eine Mediation ist nur sinnvoll, wenn alle Beteiligten dazu bereit sind. Hans Barlach will Recht bekommen, Ulla Unseld-Berkéwicz ebenfalls und zwar vor Gericht. Und im Raum steht weiterhin der Satz des Richters, der im vergangenen Jahr bei einem Prozess in Frankfurt orakelte: „Einer der namhaftesten Teilnehmer am Literaturbetrieb der Nachkriegszeit droht zu  verschwinden.“  Danach sieht es weiterhin aus. Norbert Höhne wird um einen Urteilsspruch nicht herumkommen.

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