Zeitung Heute : Syrien rückt von Waffenruhe ab Auch an der Grenze zur Türkei gibt es erste Tote

Damaskus - Vor der am Dienstag ablaufenden Frist für eine Waffenruhe in Syrien gibt es kaum Hoffnungen auf ein Ende der Gewalt. Die syrische Regierung erklärte am Sonntag, ihre Truppen erst nach „schriftlichen Garantien“ der Opposition für einen Gewaltverzicht aus den umkämpften Städten abziehen zu wollen. Der Chef der aus desertierten Soldaten zusammengesetzten Freien Syrischen Armee (FSA), Oberst Riad al Asaad, betonte, der syrischen Regierung selbst keine Zusagen machen zu wollen. „Wir werden unsere Garantien und Zusagen der internationalen Gemeinschaft geben, aber nicht dem Regime.“

Der UN-Sicherheitsrat hat die syrische Führung aufgefordert, bis Dienstag die Truppen aus den Protesthochburgen abzuziehen. Binnen 48 Stunden sollen dann alle Kampfhandlungen eingestellt werden. Der Syrien-Sondergesandte Kofi Annan hatte erklärt, Syriens Staatschef Baschar al Assad habe der Frist für eine Waffenruhe zugestimmt.

China, das mit Russland zweimal Syrien-Resolutionen des UN-Sicherheitsrates blockiert hatte, forderte die Konfliktparteien am Montag auf, die Waffenruhe einzuhalten, und verlangte einen Rückzug der Soldaten aus den Städten.

Am Montag gab es wieder heftige Kämpfe in mehreren Regionen des Landes, unter anderem an der Grenze zur Türkei, wo Rebellen laut der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle sechs syrische Sicherheitskräfte töteten. Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, 21 verletzte Syrer seien nach einem Angriff der syrischen Sicherheitskräfte auf ein Dorf über die Grenze gebracht worden, zwei von ihnen seien gestorben. Im Zuge der Gefechte wurden türkischen Diplomaten zufolge auch Schüsse auf türkisches Territorium abgefeuert, mehrere Menschen wurden verletzt. AFP

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