Zeitung Heute : T-Shirts kommen und gehen

Esther Kogelboom beneidet heimlich alle Brasilianerinnen

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T-Shirts und Tanktops mit Spruch – gerade hatten wir vergessen, dass sie uns jahrelang das Leben schwer machten („Zicke“, „SO 36“, „Bis einer heult“, „Keiner ist gemeiner als der Friedrichshainer“, „Bottrop“ etc.), da tauchen sie anlässlich der WM schon wieder auf.

Dieses Exemplar ist ganz lustig, zugegeben. Nur, das waren die anderen auch, bis sie plötzlich das Straßenbild zunächst in größeren, dann auch in kleineren Städten und schließlich in winzigen Städten (= Dörfern) bestimmten.

Jungs kommen, und sie hauen auch wieder ab! Eine existenziell tröstliche Botschaft. Nur T-Shirts kommen, ziehen in den Kleiderschrank ein und bleiben meist viel zu lange.

Wie also soll sich der deutsche weibliche Fan kleiden, ohne Gefahr zu laufen, sich lächerlich zu machen? Soll er versuchen, mit aller Gewalt – also durch gigantische Dekolletees, extrem knappe Shorts oder Brasilien-Bikini – die Aufmerksamkeit der Fußball guckenden Männer auf sich zu ziehen? Nein. Der deutsche weibliche Fan kann machen, was er will: Eine Brasilianerin wird zum Glück niemals aus ihm werden.

Da bediene er sich doch lieber der subtilen Waffen des englischen Humors. Daumen hoch, blonde Britin! Aber den Ansatz bitte unbedingt noch vor dem Achtelfinale nachfärben.

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