Zeitung Heute : "Tagesschau" um 20 Uhr - Stimmung auf Null

jbh

Die Mitglieder des ORB-Rundfunkrates werden sich auf ihrer heutigen Sitzung mit geplanten Änderungen im ORB-Fernsehprogramm befassen. Ursache des neuen Schemas ist die Einführung der "Tagesschau" um 20 Uhr, die voraussichtlich Anfang Mai vom ORB übernommen wird. Damit verschieben sich die Anfangszeiten der Sendungen "Polylux", "Vor Ort" und "Bitte anrufen" von bisher 19 Uhr 50 auf künftig 20 Uhr 15. Wegen der Vorgehensweise der Senderspitze regt sich Protest unter den Mitarbeitern: In einem Brief an die Geschäftsführung werden eine umfassende Information über die geplanten Änderungen und Aufklärung über die Ziele der Reform gefordert.

Nach einem dieser Zeitung vorliegenden Entwurf über das künftige Schema sollen die Nachrichtensendung "Brandenburg Aktuell" und das "AbendJournal" verlängert werden: "Brandenburg Aktuell" liefe von 19 Uhr 30 bis 20 Uhr, das "AbendJournal" von 18 Uhr 40 bis 19 Uhr 30. Damit soll nach dem Willen der Fernsehdirektion das Informationsprofil geschärft werden. Ungeklärt dabei bliebe, so die Kritik der ORB-Mitarbeiter, inwiefern zum Beispiel der bisher am Freitagabend laufende Rückblick "Die Woche" im künftigen Programm berücksichtigt werde. Auch die Unterhaltungssendungen "Der Sonne entgegen" und "Der Rasende Reporter" sind in dem internen Entwurf nicht eigens aufgeführt, sollen nach Informationen dieser Zeitung jedoch unverändert zweimal im Monat ausgestrahlt werden.

Die Diskussionssendung "Vor Ort" soll nach diesem Entwurf von 55 Minuten auf eine Dreiviertelstunde reduziert werden. Nicht eigens aufgeführt dagegen ist die einmal im Monat ausgestrahlte Talkrunde "Brandenburger Treff" mit Cherno Jobatey. Nach dem Programmschema sollen am Dienstagabend die Sendungen "Zeit läuft" und "Klartext" hintereinander ausgestrahlt werden. Die ORB-Mitarbeiter kritisieren die so genannte "Magazinitis" und zweifeln an einer entsprechenden Zuschauerakzeptanz.

Dass die ORB-Spitze knapp sechs Wochen vor dem geplanten Start der Programmreform die Mitarbeiter über mögliche Änderungen noch nicht informiert habe, bezeichnen viele Programmmacher als "undemokratisch" und "nicht motivierend". Die Stimmung sei auf dem Nullpunkt.

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