Zeitung Heute : Tagesspiegel-Leser spendeten mehr als 200 000 Euro für Obdachlose

Der Tagesspiegel

„Thank you Bahnhofsmission for helping me“, steht auf dem an die Wand gepinnten Papier mit strahlend bunten Batikfarben. Die Bahnhofsmission am Zoo in der Jebensstraße sollte in diesem Jahr auch den passenden Rahmen bieten für einen anderen Anlass, der viele Menschen in dieser Stadt erfreut: Die Übergabe der Spenden von Tagesspiegel-Lesern, die sich an der Weihnachtsaktion 2001 zugunsten Obdachloser beteiligt haben. Über 200 000 Euro sind bis heute zusammengekommen. Der Betrag spricht für die Großzügigkeit unserer Leser und dafür, „dass die Gesellschaft nicht so kalt ist, wie man glaubt“, wie Lorenz Maroldt, stellvertretender Chefredakteur des Tagesspiegels, anlässlich der Scheckübergabe sagte.

Auch diesmal wollte der Spendenverein dieser Zeitung noch die ersten Monate des Jahres abwarten – erfahrungsgemäß überweisen viele Leser auch nach Weihnachten noch Geld zugunsten der Projekte. Nun aber ist das Konto geschlossen, und die 203 000 Euro wurden dem Bedarf gemäß auf die zwölf Institutionen verteilt. „Mit seiner Aktion zeigt , dass es gelingt, Intellektualität und soziale Verantwortung miteinander zu verbinden“, sagte Peter Zimmermann, Geschäftsführer der Berliner Stadtmission stellvertretend für die bedachten Projekte. „Die Zeitung zeigt, dass sie in der Stadt fest verankert ist und in ihrem Anliegen geerdet.“ Wir wiederum geben die Blumen gern weiter an unsere Leser.

Es waren zumeist Beträge zwischen 100 und 200 Mark, mal mehr, mal weniger, die auf dem Konto eingingen. Aber die Einzelspenden summieren sich, und mit ihnen wird nun jenen Menschen geholfen, die oftmals nicht aus eigenem Verschulden am Rand der Gesellschaft stehen. Zwölf Empfänger, zwölf Vorhaben, die auch zeigen, „wie schnell sich eigenes Leid durch das Leid anderer relativiert“, sagte Lorenz Maroldt – gehören doch auch zwei Hilfsaktionen zugunsten der Menschen in Afghanistan dazu.

Hier nun die geförderten Projekte im Einzelnen:

Bahnhofsmission. Der Verein In Via und die Berliner Stadtmission können eine neue Filiale der Bahnhofsmission mit Mobiliar und technischem Gerät ausstatten.

Notübernachtung Franklinstraße. Die Einrichtung von Caritas und Diakonie schafft jetzt unter anderem eine Industriewaschmaschine sowie einen Geschirrspüler an.

Arztmobil. Ein neues Fahrzeug muss dringend mit medizinischem Gerät ausgestattet werden, um Wohnungslose und nicht versicherte Menschen zu behandeln.

Evas Haltestelle. Getragen vom Sozialdienst Katholischer Frauen, bietet die Einrichtung wohnungslosen Frauen Obdach. Jetzt wird sie wohnlicher.

Obdachlosen-Hospiz. Dank der Spenden wird in Berlin eine völlig neues Konzept der Evangelischen Kirchengemeinde Heilig Kreuz-Passion realisiert: Eine Stätte für wohnungslose Schwerstkranke zu schaffen, die Sterben in Würde ermöglicht.

Treber-Hilfe. Der Paritätische Wohlfahrtsverband in Berlin kann die neuen Räumlichkeiten für Jugendliche mit Möbeln und Freizeitgeräten ausstatten.

Jugend-Unterkunft. Der Verein Neues Wohnen im Kiez kann bietet seinen jungen Schützlingen ein wohnlicheres Zuhause.

Hilfe für Afghanistan: Diakonie und Caritas schaffen mehr Zelte und Verpflegung an zugunsten von Menschen in Afghanistan und Pakistan ohne Dach überm Kopf – ebenso kann die Deutsche Welthungerhilfe ihre Maßnahmen ausbauen.

Tagungsstätte Am Wassertor. Alkoholkranken Obdachlosen wird künftig durch diverse Tätigkeiten und Jobangebote eine neue Lebensperspektive geboten – Träger ist die Diakonie.

Hundehaltercafé. Der Verein Beratung und Lebenshilfe kann Jugendliche über ihre Tiere ansprechen.

Tee- und Wärmestube. Vor den Toren Berlins betreuen Diakonie und Caritas viele sozial benachteiligte Menschen in Königswusterhausen.Annette Kögel

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar