Zeitung Heute : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Testspiele haben wenig Aussagekraft. Es sei denn, man spielt so schlecht, dass die Angst vor einer Blamage groß wird und grundlegende Änderungen deshalb unausweichlich sind. 0:2 gegen eine Auswahl aus Katalonien, 0:4 gegen die Ukraine, 0:1 gegen Tschechien und 2:3 gegen ein Team mit Spielern aus der Kurpfalz: Die letzten Tests Costa Ricas vor dem Eröffnungsspiel waren erschreckend. So sieht sich Nationaltrainer Alexandre Guimaraes gezwungen, sein zuletzt praktiziertes Spielsystem zu verändern. Statt überlegter, souveräner Ballzirkulation in einem offensiv ausgerichteten 4-4-2 geht es gegen Deutschland darum, Tore zu verhindern. Deshalb spielt Guimaraes hinten mit einer Dreierkette. Und einer Viererkette davor. Der Raum im Mittelfeld, aus dem die schnellen deutschen Stürmer Podolski und Klose mit direkten Pässen eingesetzt werden sollen, soll so eng gemacht werden wie der unter dem Korb bei einem Basketballspiel. Guimaraes war früher Basketballprofi und sagt, dass er seine Erfahrungen aus dieser Sportart in seine jetzige Arbeit einfließen lässt. Vor allem bei Übungsformen, aber auch bei der Grundaufstellung. So wie der gegnerische Basketballer nie genug Platz bekommen soll, um sein Ziel ins Auge zu fassen und unbedrängt auf den Korb werfen zu können, sollen die drei offensiven deutschen Mittelfeldspieler keinen freien Blick auf den Laufweg der startenden Stürmer haben, Guimaraes will heute vor allem diese Passwege mit meistens zwei defensiven Spielern zugleich zustellen. Ganz vorne wartet dann Stürmer Paulo Wanchope. Der war früher auch Basketballer. Da hat man alleine gegen vier Abwehrspieler wenig Chancen.

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