Zeitung Heute : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Fußball und Rhythmus, da denkt man zuerst an Brasilien. Doch die meisten Takte auf dem Platz kennen die Argentinier. Sie sind die Meister des fließenden Rhythmuswechsels, ihr Spiel ist ein großes Medley der taktischen Systeme. 4-2-2-2, 4-4-2, 3-5-2, 4-5-1 oder wie auch immer: Die Mannschaft von José Pekerman spielt ein universelles System. Wie keine andere bei dieser WM versteht sie es, den Takt zu verändern. Oft rückt Kapitän Sorin aus seiner Verteidigerposition ins Mittelfeld auf, vor allem wenn die Argentinier gerade den Ball erobert haben. Maxi Rodriguez unterstützt Spielmacher Riquelme in der Offensive, lässt sich aber auch ins defensive Mittelfeld zurückfallen. Stürmer Saviola läuft sehr viel und attackiert entweder den Gegner früh oder zieht sich ein Stück hinter seinen Sturmpartner Crespo zurück. Ziel dieser hohen Variabilität ist nicht eine beim ersten Blick auf das Spielfeld erkennbare Dominanz, sondern eine große Reaktionsfähigkeit auf die Aktionen des Gegners, die gleichzeitig bereits die passende Offensivoption beinhaltet. Auch die Stars Messi und Tevez, die im ersten Spiel wohl auf der Bank sitzen, haben diese mannschaftlich geschlossene Spielweise verinnerlicht. Der Star ist das System. Es bietet aber viel Platz für Einzelne, sich in den Vordergrund zu spielen.

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