Zeitung Heute : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Sicher, Weltmeister kann man nur mit einer ausgezeichneten Abwehr werden. Die Spanier möchten diesen Nachweis aber am liebsten schuldig bleiben, indem sie so großen Druck auf den Gegner ausüben, dass der nur selten in die Nähe ihres Tores kommt. Selbst wenn ein Spanier nach einem weiten Abschlag seines Torhüters vor dem gegnerischen Strafraum den Ball eroberte, hatte er im ersten Spiel gegen die Ukraine gleich zwei Anspielstationen. Die Mannschaft von Trainer Luis Aragones agiert mit drei Angreifern, potenziell sind es sogar sechs. Denn von den drei Mittelfeldspielern ist keiner explizit defensiv ausgerichtet, alle gehen auch mit in den Sturm, manchmal sogar gleichzeitig. Die Abwehr rückt dann weit auf, um Konter schon im Ansatz zu verhindern. Dieses selbstbewusste System birgt Risiken und erfordert hohe taktische Intelligenz der Spieler, bietet ihnen aber auch den größten Raum, ihre Stärke zu entfalten. Ihre technische Klasse erlaubt es den Spaniern, schnell und trotzdem sicher zu kombinieren und den Gegner ständig zu beschäftigen. So entsteht Dominanz. Eigentlich ist Aragones eher ein Anhänger einer defensiveren Grundeinstellung. Doch bei den Spielern, die er zur Verfügung hat, bleibt ihm nichts anderes übrig, als schnell nach vorne spielen zu lassen.

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