Zeitung Heute : TAKTIKSCHULE mit Mathias Klappenbach

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Die australische Mannschaft hat in der Vorrunde gezeigt, dass sie einiges Talent darin besitzt, die Spielentwicklung des Gegners zu verhindern. Trainer Hiddink setzt auf eine massierte Mittelfeldformation, in der Grella nur dafür zuständig ist, Angriffe vor der Abwehr abzufangen – wenn diese überhaupt so weit kommen. Denn außer der zurückgezogenen Spitze Kewell und dem Stürmer Viduka haben alle Spieler Australiens Defensivaufgaben, die auch diszipliniert erledigt werden. Gegen Italien wird sich das australische Mittelfeld auf den bei dieser WM bislang überragenden Spielmacher Pirlo stürzen, der seine Stürmer Toni und Gilardino gerne und gut mit seinen weiten Pässen einsetzt. Auch Totti wird es meist mit mehreren Gegenspielern zugleich zu tun bekommen. Da die Italiener ihr Spiel zunächst durch die Mitte entwickeln, werden die australischen Außenverteidiger oft nach vorne aufrücken, um die Räume noch enger zu machen und den italienischen Außenspielern das Aufrücken zu erschweren. Diese defensive Grundformation der physisch starken Australier ist schwer auszuspielen. Dennoch hat das Bollwerk in der Vorrunde nicht in allen Szenen gehalten – Australien geriet in jedem Spiel in Rückstand. Danach hat die Mannschaft ihr System, das zunächst bloß zerstörerisch wirkt, leicht abgewandelt: Um Druck zu erzeugen, schiebt die Mannschaft den ganzen Mittelfeldblock einfach ein Stück nach vorne, Chipperfield geht ins Mittelfeld, der torgefährliche Cahill übernimmt die Rolle von Kewell, der ganz in den Sturm rückt. Dieser dann massierten Offensive ist es gegen Japan und Kroatien gelungen, spät im Spiel Rückstände aufzuholen.

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