Zeitung Heute : Talkmasterprüfung (Fernseh-Kritik)

Markus Ehrenberg

Beckmann. ARD. Da hatte man schon ein komisches Gefühl: Götz George bei Beckmann. Einer der talkfeindlichsten Schauspieler, der seinen Mengele-Film vorstellen will, beim ARD-Unterhaltungsmann, der sonst mit Naddel plaudert. Und dann das: 20 Minuten spannender Talk. Beckmann gut vorbereitet. George auskunftsfreudig. Hintergründe über die Mengele-Produktion, das Schimanski-Klischee, Georges Verhältnis zur Boulevardpresse - da wirkte der Gast gezeichnet. Bei George weiß man nie so genau, ob er stolz ist oder unsicher. Oder beides. Erstmals war Tanja Georg, eine Regisseurin, Gast in einer Talk-Show. Vater und Tochter hielten Händchen. Innig wie einst Schimmi und Thanner.

Hielt der Vater seine Tochter? Oder umgekehrt? George muss mulmig gewesen sein. Sein unsouveräner Auftritt bei "Wetten, dass . .?" hat ihn erschrocken. Doch Georges Gastgeber wollte kein zweiter Gottschalk sein. Beckmann hatte "Nichts als die Wahrheit" gesehen, Georges Talkmasterprüfung bestanden. Note Zwei. Setzen, Beckmann!

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