TANZ, MUSIK, GESANGFlamenco-Festival Berlin : Wilde Orchideen

G a Bartels

Kastagnetten, beschlagene Schuhe und Röcke mit Rüschenvolants – das ist das abgenudelte folkloristische Bild des Flamenco-Tanzes. Entstanden ist er im 18. Jahrhundert in Andalusien und vereint zahllose kulturelle Einflüsse in sich. Beim Flamenco- Festival Berlin, dass die große Flamenco-Szene der Stadt seit 1996 auf dem Pfefferberg feiert, geht es diesmal aber nicht nur um die Tradition, sondern auch um die Zukunft des lebendigen Flamencos, der alles andere als eine starre Kostümshow ist.

Wie sich der Flamenco für neue Entwicklungen öffnet, kann man am Eröffnungsabend auf der Open-Air-Bühne im Sommergarten erleben: Da kombiniert das andalusische Borja Evora Soleá Ensamble den Traditionstanz mit fetzigen DJ-Klängen, und Sonia Sarmiento (Titelfoto) tanzt dazu. Das Flamencotanztheater „Sarab“ der Compania Increpación Danza – Spaniens wichtigstes Ensemble für Flamenco und zeitgenössischen Tanz – dagegen legt orientalische Wurzeln bloß und stellt am 13. und 14.8. marokkanische Musik in den Mittelpunkt. Dass auch die Verbindung mit Jazz funktioniert, zeigt die junge Band Ultra High Flamenco am 15.8. Überhaupt pflegt das Festival nicht nur die musikalische Vielfalt, sondern präsentiert den Flamenco ausführlich in seinen drei Säulen Tanz, Musik und Gesang. Ach ja, und wer für traditionelle Flamenco-Tänzerinnen schwärmt, darf das Ballet Belén López am Sonnabend nicht verpassen: Die erst 22-jährige Belén López (Foto) ist die wilde Orchidee des Flamenco-Tanzes und überwältigt durch Präzision und Charisma. Gunda Bartels

Pfefferberg, Eröffnung: Fr 8.8., 19.30 Uhr, 16 €,

Ballet Belén López: Sa 9.8., 20.30 Uhr, 19 €,

Programm: www.flamencofestival-berlin.com

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