Zeitung Heute : Tanzen: Ich dance break. Du hast break gedanced. Wir werden break dancen.

Ocka Caremi

Aua!" - Dominic ist auf den Boden gefallen. Er versucht es nochmal: Hinlegen, einen Arm unter dem Bauch anwinkeln und dann hochstemmen. Geschafft! Für einen kurzen Moment schwebt Dominic über dem Fußboden, er stützt sich nur mit einer Hand ab.

Dominic ist elf Jahre alt und lernt Breakdance. Zweimal in der Woche trifft er sich mit Adel, Issa und Jeremy im Jugendclub Feuerwache in Neukölln. Dann wird die Stereo-Anlage aufgedreht und laute HipHop-Musik wummert aus den Lautsprechern. Die Jungs haben Turnschuhe und lässige T-Shirts an und wirbeln durch den Raum. Das sieht fast so aus, als würde eine Zirkustruppe trainieren: Beine fliegen in die Luft, Arme werden wild verdreht und einer macht einen Handstand.

Breakdance ist eine ziemlich coole Mischung aus Turnen und Tanzen. Für diesen Sport braucht man nicht viel: HipHop-Musik, ein dicke Portion Muskelkraft und eine glatte Unterlage - denn beim Breakdance kommt es auf den richtigen Dreh an. Damit Dominic gut über den Boden flutschen kann, setzt er sich eine Mütze auf: Er macht einen Kopfstand, holt Schwung und dreht sich - auf dem Kopf! Seine Freunde feuern ihn laut an.

Bei den großen Meisterschaften zeigen die Profis, was sie drauf haben. Auf der Bühne treten immer zwei Teams gegeneinander an, das nennt man dann "Battle" - einen Kampf. Wer die Schritte kann und sich besonders gut zum Rhythmus der Musik bewegt, gewinnt.

Breakdance kann man in Tanz- oder Sportschulen lernen, man muss es aber nicht. Denn viele ältere Breakdancer bringen den Jüngeren einfach so ihre Tricks bei. Im Jugendclub Feuerwache zum Beispiel. Kempes und Ivan sind schon seit ein paar Jahren Breakdancer. Sie haben ordentlich Kraft in den Armen und drehen sich perfekt im HipHop-Takt. Die kleineren Jungs gucken zu und machen die Drehungen nach.

Vor lauter Anstrengung haben Dominic und seine Freunde schon ganz rote Köpfe. Sie wollen genauso gut werden wie ihre Vorbilder: Die Berliner Gruppe "Flying Steps". Die haben Meisterschaften gewonnen, und ihre Tanz-Videos laufen im Fernsehen. Bis die Jungs aus Neukölln so weit sind, müssen sie noch lange üben. Das heißt: Ab und an ein paar blaue Flecken und jede Menge Spaß.

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