Zeitung Heute : Taschen-Reiseführer mit Netzanschluß

Der Reiseführer der Zukunft hat Internetanschluß, kann sprechen, dolmetschen und paßt in einen Rucksack. Der Prototyp eines solchen elektronischen Geräts wurde in Heidelberg vom European Media Laboratory (EML) und von den Interactive System Laboratories (ISL) vorgestellt. "Das Gerät soll einen Touristen begleiten wie ein menschlicher Touristenführer", sagte Professor Andreas Reuter, Leiter des EML.Weltweit einmalig sei das integrierte Sprachübersetzungssystem. Es verfüge über einen großen Wortschatz von über 10 000 Wörtern und übersetze in sechs Sprachen. Gelegentliches Stottern oder Unterbrechungen würden ebenso erkannt, wie "Äh" und "Hm". Bisherige Spracherkennungssysteme leisteten dies nicht.Der elektronische Touristenführer, der wie eine Digitalkamera aussieht, gibt aber auch normale Auskünfte, beispielsweise über Busfahrpläne oder Kontingente an Konzertkarten. Dazu werden die entsprechenden Seiten aus dem Internet automatisch abgerufen.Außerdem erleichtert das Gerät die Orientierung in einer fremden Stadt: Eine kleine Kamera nimmt die Umgebung auf und vergleicht diese mit einer Datenbank. "Das Gerät kann dann mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit die genaue Position des Touristen bestimmen", sagte Reuter. Nach Abschluß seines Stadtrundganges kann der Reisende eine CD-ROM erhalten, auf der alle Bilder seiner Tour gespeichert sind. "Ende nächsten Jahres werden die ersten Touristen-Testpiloten durch die Heidelberger Altstadt geschickt", sagte Reuter. Bis dahin werde noch die Datenbank des Gerätes verfeinert.

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