Zeitung Heute : Teamgeists vorzeitiges Ende: Die geheime Botschaft eines Balls

Was ein Fußball über die Titelchancen der Klinsmänner aussagt

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So also sieht Subversion aus.

Ein paar Männer und eine Frau halten ihre Hände auf einen Fußball und lassen sich fotografieren. Nicht gerade ein spektakulärer Auftritt, könnte man meinen. Eher einer, der derzeit durch seine ausgesuchte Schlichtheit auffällt. Wir aber, die wir die Sprache des Balles verstehen, wissen, dass von dem Foto eine unterschwellige Botschaft ausgeht, die deutschen Fans nicht gefallen kann.

Der Fußball auf dem Foto ähnelt jenem Spielball, der gerade durch die Stadien rollt. Dieser ist, das schiefe Bild muss hier sein, unser zwölfter Mann. Die Deutschen haben erfolgreich mit ihm gespielt. Das Ding heißt Teamgeist (deutsche Tugend!) und seine Farben, schwarz-weiß, sind die der Klinsmannschaft. Einzig zulässige Interpretation: Wir werden Weltmeister! Kaum ist das Land bereit, daran zu glauben, bringen der Ballhersteller, der Fifa-Präsident und zwei Vertreter des chinesischen Fußballs ein Produkt ins Spiel, das das heilige Projekt unterläuft: den Spielball für die Frauen-WM 2007 in China. Sagen die Herren.

Der Ball aber spricht: Vergesst eure WM, eure Titelträume. Wir sind schon in China. Ihr dürft hoffen, dass dort wenigstens eure Damen was reißen. Darüber müssen wir reden. Schnell. Herr Kerner, bitte übernehmen Sie!

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