Zeitung Heute : Telekom Italia: Neue forderungsbesicherte Anleihe

Telekommunikationsunternehmen in Europa stehen derzeit im Blickpunkt und in der Kritik. Die Ersteigerung von UMTS-Lizenzen und die unabsehbaren Folgekosten für den Ausbau der entsprechenden Infrastrukturkosten haben den Kapitalbedarf der Firmen drastisch steigen lassen. Über Börsengänge von Tochterunternehmen lässt sich - aktuelles Beispiel Orange - nicht genug Geld einnehmen, und bei Unternehmensanleihen müssen die Kupons sehr hoch sein, um Investoren zu gewinnen. Um an Geld zu kommen, werden die Telekom-Unternehmen deshalb immer findiger, wie der neue Plan von Telecom Italia zeigt. Die Italiener wollen voraussichtlich im 2. Quartal eine forderungsbesicherte Anleihe - auch Asset Backed Bond genannt - über eine Milliarde Euro begeben. Dafür müssten sich nach Meinung von Analysten Abnehmer finden lassen, denn Asset Backed Securities (ABS) gelten gemeinhin als sicher und werden von Ratingagenturen mit einer höheren Bonität eingestuft als unbesicherte Anleihen. Telecom Italia will die Forderungen der Telefon-Gebührenrechnungen aus ihrer Bilanz ausgliedern, auf eine neue Gesellschaft übertragen und diese dann die Bonds ausgeben lassen. Dabei gelten die Einnahmen aus den Telefonrechnungen als Sicherheit für die Anleihe. "Damit könnte das Unternehmen einen neuen Trend setzen", meint Bradley Bugg, Rentenanalyst für Telekomunternehmen bei Dresdner Kleinwort Wasserstein.

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