Zeitung Heute : Tempelhof: Bund will Flughafen wie vereinbart schnell schließen

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Das Hin und Her um den Flughafen Tempelhof geht weiter: Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig (SPD) hält weiter daran fest, den Flughafen wie vereinbart zu schließen. Der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) dagegen will Tempelhof dauerhaft offen halten - bis zur Eröffnung des neuen Flughafens Berlin-Brandenburg International (BBI) in Schönefeld als Verkehrsflughafen, danach als Stadtflughafen für Privat- und Geschäftsflugzeuge.

1996 hatten Berlin, Brandenburg und der Bund festgelegt, dass Tempelhof geschlossen werde, sobald die Genehmigung für den Ausbau Schönefelds rechtskräftig ist. Damit rechnen die Planer für 2002/2003. Die Flughafengesellschaft hat den Schließungsantrag auch bereits bei der Senatsverkehrsverwaltung eingereicht. Dort wird er aber stillschweigend derzeit nicht weiterbearbeitet.

Die Flughafengesellschaft, die Lufthansa und der Senat sind inzwischen überzeugt, dass die Kapazitäten bereits im Jahr 2005 ausgeschöpft sein werden. Tempelhof könne deshalb nicht vor der Inbetriebnahme des Flughafens BBI in Schönefeld geschlossen werden. Nach dem Planungskonzept soll der BBI-Ausbau 2007/2008 abgeschlossen sein.

Das Bundesverkehrsministerium sehe derzeit keinen Anlass, den so genannten Konsensbeschluss von 1996 zu ändern, sagte der Sprecher Bodewigs, Ralf Dittrich. Ob die Kapazitäten vorher erschöpft sein werden, müsse noch geprüft werden. Gespräche mit den beiden anderen Gesellschaftern, Berlin und Brandenburg, um den Konsensbeschluss zu ändern, habe es noch nicht gegeben.

Die Lufthansa, die Tempelhof bereits verlassen hatte, will von März an einen Teil ihrer Flüge mit kleinen Maschinen wieder von Tegel nach Tempelhof zurückverlagern, um Platz für größere Maschinen in Tegel zu schaffen.

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