Zeitung Heute : Theken-Brüder entscheiden im Dezember über Zukunft des Projekts

Joachim Huber

Eine Deutsche Mediathek: Das ist das ehrenwerteste Projekt für ein Gedächtnis von Hörfunk und Fernsehen in Deutschland. So ehrenwert wie unendlich. Man könnte sagen, dass die Mediathek nur deswegen nicht gescheitert ist, weil sie nie gelungen ist. Jetzt hat der Regierende Bürgermeister die Uhr angehalten. Im Dezember wird entschieden. Die künftigen Träger und Zahler sind unter Entscheidungsdruck. Endlich. Ein letzter Schacher ums Geld - und ... ? Die Beteiligten, vor allen anderen die privaten Sender und das öffentlich-rechtliche ZDF, zeigen auf die ARD. Der Senderverbund gilt als Blockierer, Zauderer. Hart arbeitet sich die ARD der Buhmann-Rolle entgegen, dabei der älteste Rundfunkveranstalter für Hörfunk und Fernsehen in der Bundesrepublik mit seinen Programm-Schätzen die größte Zierde einer Deutschen Mediathek zu Berlin sein könnte. Aber die ARD ist eben qua föderaler Konstruktion ein Sammelbecken höchst unterschiedlicher Interessen und Egoismen. Geld aus Bayern, dem Saarland oder Nordrhein-Westfalen nach Berlin, eigentlich immer pleite, immer Schuldner und trotzdem immer fordernd? Das ist hart. Noch härter und dümmer wäre es, sich einer Mediengesellschaft nicht stellen, sich ihr gegenüber nicht ausstellen zu wollen. Bei jeder ARD-Anstalt eine Kleinst-Mediathek einzurichten, hieße dem trutzigen Gedanke eines Heimatmuseums nachzuhängen, wo Selbstbewußstein strahlenden, auch glamourösen Ausdruck fordert.

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