Zeitung Heute : Themenabend über illegale Einwanderer

Peter M. Hetzel

Kein Mensch ist illegal. Arte. Im gleißenden Grün eines Nachtsichtgerätes paddelt ein Mann in einem Schlauchboot über die Neiße. Die Reise des Rumänen endet im Dunkel des Abspanns einer Dokumentation, die beweist, dass Europa auf dem besten Wege ist, sich bei gleichzeitiger Öffnung im Innern zur Festung auszubauen. Die EU-Innenminister haben seit ihrer Konferenz 1993 in Budapest Ernst gemacht - und das nicht nur mit Nacht- und Wärmebildkameras. Das Ergebnis ist allerdings paradox, denn obwohl die Migrationsbewegung aus dem Osten mit allen Mitteln gestoppt werden sollte, führte dies zu einer Spezialisierung der Schlepperbanden, die nun noch mehr Umsatz als früher machen. Früher war für Einzelgänger die Grenze leichter und billiger zu überwinden. Aber diejenigen, die es geschafft haben, sind auch nicht besser dran, sie leben in einer Illegalität, die ihnen ihre Identität raubt. "Es ist, wie ständig auf der Flucht zu sein. Wir leben praktisch wie Verbrecher, ohne ein Verbrechen begangen zu haben" erzählt eine Betroffene in der Reportage "Beobachtung aus der Unsichtbarkeit". Der Themenabend macht auf die sozialen Zusammenhänge der Migration aufmerksam und appelliert ohne falsches Pathos an die Zivilcourage der Staatsbürger.

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