Zeitung Heute : Thomas Gerres macht beim Nachrichtensender n-tv sein Steckenpferd zum Programm

Ingo Wolff

Thomas Gottschalk moderiert beim Nachrichtensender n-tv Galopprennen. Glauben Sie nicht? Ist aber kein Scherz. Allerdings hat sich Thomas Gottschalk inzwischen den Künstlernamen Gerres gegeben, um nicht ständig mit seinem Namensvetter von "Wetten, dass . . . ?" verwechselt zu werden. "Mit dem Namen Thomas Gottschalk kann man im Fernsehen leider nicht mehr berühmt werden", sagt Gerres. Der 36-Jährige Dortmunder hat sich bisher mit Sendungen auf dem Werbekanal H.O.T. und mit Musiksendungen einen Namen gemacht. Die professionelle Art, wie der Allround-Moderator seine Arbeit betreibt, hat die Macher der "Telewette" bei n-tv überzeugt.

Ab morgen wird also sein persönliches Hobby zum Programm. In der "Telewette" auf n-tv wird Gerres Studiomoderator für eine Sendung, deren Inhalt sich zwischen 16 Uhr 10 und 17 Uhr ausschließlich um Galopprennen dreht. Die "Telewette" nimmt im klassischen Programmprofil des Nachrichtensenders eine gern gepflegte Sonderstellung ein. Jeden Sonntag geht es um die Highligts des Pferdesports. Drei Live- und drei aufgezeichnete Rennen werden von zwei verschiedenen Rennbahnen gezeigt. Die Moderation auf der Bahn übernehmen die beiden Pferdesport-Experten Klaus Göntzsche und Daniel Delius. Eingebunden in die Galopperwette "Top 6" können die Zuschauer vom häuslichen Sofa aus Wetten und den Jackpot von 150 000 Mark gewinnen. Aber auch alle anderen Wettformen sind telefonisch möglich.

Die Idee ist allerdings nicht neu. Schon seit 1996 stehen Galopprennnen bei n-tv auf dem Programm. Anfang April dieses Jahres wechselte der Sendeplatz von Sonnabend auf Sonntag, wurde die spezielle Wettform "Top 6" eingeführt. Seidem steigen die Zuschauerzahlen und die Wettumsätze. Bis zu 160 000 Menschen sehen die zweigeteilte Hauptsendung. Darüber hinaus werden in zwei Vorschausendungen am Vormittag Startfelder und Favoriten vorgestellt.

Eigentlich sollte Gerres schon beim Sendestart im April die neu profilierte Sendung übernehmen, aber eine schwere Krankheit zwang ihn, bereits nach einer Sendung wieder auszusteigen. In der Zwischenzeit hatte ihn vor allem Alexander von der Groeben vertreten. Wer die "Telewette" schon einmal bewusst oder auch zufällig eingeschaltet hat, konnte sich aber auch über ein anderes, noch bekannteres, Gesicht wundern: Ulli Potofski, ehemaliges Sport-Aushängeschild auf RTL. Nach mehreren Jahren im Rampenlicht ist Potofski, dessen Markenzeichen lange Jahre der rotblonde Lockenkopf war, nun mehr mit Arbeiten im Hintergrund beschäftigt. Die Organisation der "Telewette" und deren Moderation ist allerdings mehr Leidenschaft als wirkliche berufliche Herausforderung - Potofski ist Mitteilhaber an einem Rennpferd ("Evil Empire").

Ein Großteil des Sende-Teams ist mit vollem (Wett-)Einsatz dabei. Deshalb wird auch der neue Moderator Volker Gerres mit einem im doppelten Sinne großen Einsatz an die Arbeit gehen. Und sich nach einem Motto von Ulli Potofski in das Produktionsteam einfügen: "Wir machen hier wirklich großes Fernsehen."

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