Zeitung Heute : THRILLER

Die Anruferin

Elisabeth Wagner

Schuldgefühle können tödlich sein – ganz besonders in der Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Die 30-jährige Irm ist dafür ein Beispiel. Im Dienst an der kranken Mutter verzichtet sie auf ein eigenes Leben. Weder ihr noch der Mutter tut die enge Bindung gut. Wut und Angst herrschen über die kleine Familie. Längst wäre eine Katastrophe eingetreten, hätte die Tochter nicht ein Ventil: Mit kindlich verstellter Stimme sucht sie fremde Frauen telefonisch heim. Geschichten will sie hören, und später sollen die Frauen vom Tod erfahren, sollen vergeblich das Grab eines Kindes suchen. Ein sadistisches Spielchen auf Widerruf. Sina, eine Bibliothekarin nämlich, erkennt in Irm einen netten Menschen, und der Film gibt ihr leider zusehends Recht. Was als Thriller begann, verliert so die Kraft zur Analyse. Die Mischung der Gefühle bleibt matt. Baut stark ab. Elisabeth Wagner

„Die Anruferin“, D 2007,

81 Min., R: Felix Randau, D:

Valerie Koch, Esther Schweins

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