Zeitung Heute : THRILLER

Gesetz der Straße

Gut und Böse sind – ein Strukturprinzip des Film noir – nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Der schlimmste Sünder ist ein Polizist mit Kindergesicht. In einer mythologisch etwas überdeutlichen Szene wäscht er sich das Blut von seinen Händen, nachdem er das Drogengeld in seinem Keller versteckt hat, für das ein Dealer sterben musste. Der Reinigungsakt erinnert an Pontius Pilatus. Ansonsten orientiert sich der Polizeifilm eher an epischen Fersehserien wie „24“ oder „The Wire“. Die Handlungsstränge laufen nebeneinander her, bis sie an einem Punkt tragischer Verdichtung aufeinandertreffen. Ein versoffener Streifencop muss die letzten Tage bis zur Pensionierung überstehen. Ein Undercover-Agent überwacht einen gerade aus der Haft entlassenen Gangsterboss, der sein Freund ist. Ambitionierter Versuch, der im Gewaltexzess endet. Christian Schröder

„Gesetz der Straße“, USA 2009, 132 Min, R: Antoine Fuqua,

D: Richard Gere, Don Cheadle, Ethan Hawke, Wesley Snipes

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