Zeitung Heute : THRILLER

22 Bullets

Julian Hanich

Wenn ein ehemaliger Mafiaboss sich zur Ruhe setzt und von seinen Ex-Rivalen dennoch mit 22 Kugeln hinterhältig zersiebt wird, dann kann man es schon nachvollziehen, dass dieser Kerl ein wenig grantig reagiert. Wenn dann auch noch der stoisch-knarzige Jean Reno den unkaputtbaren Rächer verkörpert, verspricht das ein gehöriges Maß an Genre-Unterhaltung. Das Erstaunliche an „22 Bullets“ aber ist: Der Regisseur Richard Berry verplempert dieses üppige Kapital auf fahrlässige Weise. Er misstraut seiner ebenso einfachen wie aussichtsreichen Grundkonstellation und schiebt stattdessen mit enervierender Penetranz formale Spielereien in den Vordergrund. Außerdem neigt er dazu, seine Figuren als Blödiane zu verunglimpfen. Damit sabotiert sich der Film von der ersten Minute an selbst. Mehr ist mehr? Nicht in diesem Film. Nervtötend. Julian Hanich

F 2010, 117 Min., R: Richard Berry, D: Jean Reno, Kad Merad, Jean-Pierre Darroussin

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