Zeitung Heute : Tickets, bitte

André Görke

Seit Montagmittag können Fans ihre Eintrittskarten für die Fußball-WM 2006 an Verwandte übertragen – oder an die Organisatoren zurückgeben. Hat der Start der Ticketbörse funktioniert?


Die Begrüßung ist freundlich, fast schon vertraulich. „Lieber Fußballfan“, so lauten die ersten beiden Worte im Ticketshop auf der offiziellen Internetseite des Fußball-Weltverbandes Fifa. Seit Montag können dort Fans ihre WM-Karten an Verwandte überschreiben; unter der Rubrik „Customer Self Service“ (Kunden-Selbstbedienung) muss das Kreuzchen nur an der richtigen Stelle gemacht werden.

Am Nachmittag zog der Sprecher des WM-Organisationskomitees (OK), Jens Grittner, schon ein erstes Fazit: „Von der Nachfrage her war das ein laues Lüftchen“, sagte er. In den ersten drei Stunden hätten 800 Personen ihre Eintrittskarten übertragen, „fast 90 Prozent von denen innerhalb der Familie“. Zum Vergleich: Als die WM-Karten bestellt werden konnten, hatte sich in der ersten Stunde eine halbe Million Menschen gemeldet.

Das Übertragen der Karten geht so: Im „Customer Self Service“-Bereich muss der Karteninhaber einen von sieben Gründen angeben, um seine Tickets überschreiben zu dürfen. Dazu zählen zum Beispiel Krankheitsfälle, Visaprobleme, Ausreiseverbote und Härtefälle wie Naturkatastrophen im betreffenden Land – sowie die Übertragung innerhalb der Familie.

Eine genaue Definition für „Familie“ hat das OK nicht. „Wir werden uns nicht den Stammbaum schicken lassen, aber wir behalten uns vor, zumindest einmal nachzufragen“, sagte Grittner. Das OK appelliert vor allem an die Fairness denjenigen gegenüber, die in den bisherigen Ticket-Bewerbungsphasen leer ausgegangen sind. Der Service für das Umschreiben kostet zehn Euro. Bis 9. April ist das Ticketportal geöffnet; ab 1. Mai bis zwei Tage vor dem betreffenden Spiel wird der Service erneut angeboten.

Karten können nun auch zurückgegeben werden, der neue Inhaber zahlt für die Bearbeitung bis zu 15 Euro über dem normalen Preis. „In den ersten drei Stunden haben wir nur 30 WM-Tickets zurückerhalten“, sagte Grittner. Diese wurden prompt im Netz wieder verkauft – erkennbar sind sie im Ticketshop der Fifa am „R“. Das steht für „Resale“, also für Wiederverkauf.

Der Ticketshop im Netz:

www.fifaworldcup.com

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