Zeitung Heute : Tierische Hausgenossen

Rund 100 Aussteller informieren und präsentieren ihre Angebote auf der Messe „Heim-Tier & Pflanze“

Waltraud Hennig-Krebs

So unterschiedlich die Gründe sind, privat ein Tier zu halten, so grundverschieden sind auch die Entscheidungen für eine bestimmte Art. Das belegen die Zahlen für das Jahr 2007, die der Präsident des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZZF), Klaus Oechsner, der Öffentlichkeit anlässlich der parallel zur Grünen Woche laufenden Fachausstellung „Heim-Tier & Pflanze“ vorstellte. Demnach leben derzeit 23,2 Millionen Tiere in über einem Drittel der deutschen Haushalte: 7,8 Millionen Katzen, 6,3 Millionen Kleintiere, 5,3 Millionen Hunde und 3,8 Millionen Vögel. Hinzu kommen die nicht in der Gesamtzahl enthaltenen Zierfische in den rund zwei Millionen Aquarien und 1,4 Millionen Gartenteichen sowie die Terrarientiere. 3,15 Milliarden Euro lassen sich die Deutschen Ernährung, Pflege und Zubehör ihrer Lieblinge kosten.

Doch Geld allein genügt nicht, wenn es darum geht, Haustiere artgerecht zu halten. Um deren Bedürfnisse zu kennen und zu erfüllen, benötigen die Besitzer fachliches Wissen. Das vermittelt seit nunmehr drei Jahrzehnten die Messe „Heim-Tier & Pflanze“ den jährlich rund 150 000 Besuchern. Auf 5000 Quadratmetern in der Halle 1.2 des Messegeländes präsentieren und informieren bis zum 27. Januar (täglich 10 bis 19 Uhr) rund 100 Aussteller, Interessenverbände und Vereine über Angebote rund um den Heimtiermarkt.

Da tummeln sich in bunt schillernden Biotopen der 120 Aquarien Zierfische aus Asien, Nord- und Zentralamerika sowie Südafrika. Auch Krebse, Korallentiere oder Putzergarnelen sind in den Mini-Unterwasserwelten zu sehen. In 20 Terrarien werden interessant gezeichnete Schlangen, träge Vogelspinnen, aber auch verschiedene Schildkröten vorgestellt. Sehr genau durchs Sicherheitsglas muss man schon schauen, um eine Gottesanbeterin zu entdecken, wenn sie sich einer Blüte anpasst. Auch die Wandelnde Geige, die wie ein zerfressenes dürres Blatt aussieht und ihren Namen aufgrund der Körperform erhielt, ist nicht im Vorübergehen zu bemerken.

Gut zu sehen und nicht zu überhören sind dagegen die bunt gefiederten Papageien und Edelsittiche, die sich als Haustiere empfehlen. Und auch die außergewöhnlichen Rassen von Ratten sind einen Besuch wert. Denn die auf der Messe vorgestellten Farbratten haben nichts mit den gewöhnlichen Nagern zu tun. Zu sehen sind auch Exemplare mit überproportional großen Ohren und zwei verschiedenen Augenfarben.

Wer sich eher für ein konventionelles Haustier interessiert, den erwartet Rasse bei den Edelkatzen und Klasse bei den Samtpfoten ohne Stammbaum. Wer Fragen zum Stubentiger hat, kann sich an die Experten von der Tierärztekammer Berlin wenden.

Besonders stark vertreten sind auch in diesem Jahr wieder die Hunde. 27 Vereine präsentieren 50 Rassen mit rund 800 Tieren. Gezeigt werden unter anderem Gehorsamsübungen, Dog Dancing und akrobatische Kunststückchen, aber auch, wie Pflege auszusehen hat. An den Wochenenden finden Demonstrationen mit Rettungshunden statt.

Wer angesichts der vielfältigen Angebote ein bisschen verweilen möchte, findet vielleicht ein Plätzchen in der kleinen grünen Oase inmitten der Halle. Unter dem Motto „Garten – Hobby – Freizeit“ erwartet dort den Besucher auf 300 Quadratmetern ein Schrebergarten mit vorschriftsmäßiger Laube, Terrasse, Bepflanzung und einem Teich.

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