Zeitung Heute : Tipp: Was der Fiskus verlangt

Pilar Sagues Espuny

Wie überall verdient auch in Spanien der Staat bei Immobiliengeschäften mit. Käufer von Wohnhäusern oder Eigentumswohnungen müssen die Mehrwertsteuer von sieben Prozent der Kaufsumme entrichten. Dazu kommt ein halbes Prozent "Urkundensteuer". Wechselt eine gebrauchte Immobilie den Besitzer, verzichtet der Staat auf die Mehrwertsteuer, verlangt dafür aber eine Grunderwerbssteuer. Sie beträgt je nach Region sechs bis sieben Prozent. Auf den Balearen sind es sieben Prozent. Urkundensteuer fällt bei gebrauchten Immobilien nicht an.

Die spanischen Gemeinden erheben beim Verkauf einer Immobilie die so genannte Wertzuwachssteuer. Sie liegt zwischen 16 und 30 Prozent dessen, was die Immobilie an Wert zulegte in der Zeit von Erwerb oder Bau und Weiterverkauf. Eigentlich müsste der Verkäufer diese Steuer zahlen. Es ist aber üblich, sie auf den Erwerber abzuwälzen. Wohnt der Verkäufer nicht dauerhaft in Spanien, wird zusätzlich eine Gewinnsteuer fällig. Vom Nettogewinn muss er 35 Prozent abgeben. Verschont wird davon nur, wer das fragliche Objekt selbst vor dem 31. Dezember 1986 erworben hat. Diese Gewinnsteuer betrifft auch den Käufer des Hauses. Einen Teil davon, fünf Prozent des Kaufpreises, muss er einbehalten und an das Finanzamt weiter leiten. Damit macht ihn die Steuerbehörde zum Steuereintreiber.

Ist der Immobilienerwerb glücklich überstanden, beginnen die laufenden Kosten. Zur relativ geringen Grundsteuer kommt die Einkommenssteuer. Der Name trügt. Auch wer in Spanien keine einzige Peseta einnimmt, aber Haus und Grund besitzt, zahlt Einkommenssteuer: jährlich mindestens 0,3 Prozent des Katasterwerts seiner Immobilie. Hinzu kommt noch die Vermögenssteuer. Für sie hat der Immobilieneigentümer jährlich zwischen 0,2 Prozent und 2,5 Prozent der Kaufsumme zu entrichten. Übersteigt der Katasterwert der Immobilie die Kaufsumme, zieht das Finanzamt ihn als Grundlage der Besteuerung heran.Die Autorin ist Rechtsanwältin für Spanisches Recht in Berlin.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben