Zeitung Heute : Top-Immobilien wieder gefragt

Detlef Pohl

Die Stimmung auf dem Markt für Wohnimmobilien hat sich durch die vom Regierungsumzug begleitete Nachfrage verbessert. Das ist die Auffassung von Engel & Völkers, auf hochwertige Wohn- und Gewerbeimmobilien spezialiserte Makler. Zudem erfolge eine Differenzierung von Lagen innerhalb der Stadtbezirke, heißt es im aktuellen Marktbericht.

Demnach kosten Eigentumswohnungen in 1a-Lagen wie dem Gendarmenmarkt, dem Sony Center am Potsdamer Platz, dem Tiergarten Dreieck, Grunewald und Dahlem über 11 000 DM pro Quadratmeter. In guten Lagen von Mitte, in der Großgörschenstraße etwa, seien sanierte Altbauten bereits ab 4200 DM pro Quadratmeter zu haben.

"Die Käufer von Eigentumswohnungen in Spitzenlagen sind zumeist ältere Menschen, die sich von größeren Objekten getrennt haben, aber in ihrem Umfeld bleiben wollen", sagt Ulrich Beck, Leiter des Immobilien-Shops in der Friedrichstraße. Zudem zählten gut verdienende Ehepaare und Käufer aus dem gehobenen Management zu diesem Kreis von Nachfragern. Für das klassische Einfamilienhaus oder das Reihenhaus im Südwesten - sie seien nicht unter 750 000 DM zu haben - interessierten sich Bundesbedienstete. Das Angebot sei vor allem in Zehlendorf, Lichterfelde-Ost und Lichterfelde-West groß. Die repräsentative Villa in Grunewald oder Dahlem bleibe zumeist Unternehmern, Verbänden und Botschaften vorbehalten, schon wegen des Preises: ab 2,5 Mill. DM aufwärts.

Vergleichbar komfortable Wohnungen seien in weniger begünstigten Lagen wie Lichtenrade um 2000 DM pro Quadratmeter billiger zu haben - weil der Nutzer weiter fahren muss. Ähnliche Preisunterschiede trennten Immobilien in Frohnau von Objekten eine S-Bahnstation weiter in Hohen Neuendorf: Je näher an der City, desto teurer. Hochwertige Wohnungen seien auch in der Innenstadt Berlins nachgefragt: etwa die 134 Eigentumswohnungen und 67 Appartments im Sony Center, zudem Wasserlagen im Tiergarten und Eigentumswohnungen im Umfeld der City West, in Schöneberg und dem Süden dieses Bezirks. Hier fragten Mieter und Käufer vor allem repräsentative und sanierte Altbauten ab 120 Quadratmeter Wohnfläche nach.

Wohnung für 40 DM pro Quadratmeter

Die Zuzügler nach Berlin bevorzugten Wohnungen am Gendarmenmarkt und im Scheunenviertel, im Norden des Alexanderplatzes. Die für Berliner Verhältnisse hohen Nettokaltmieten von 25 bis 40 DM pro Quadratmeter Wohnfläche zahlten Nutzer - Engel & Völkers zufolge - vor allem in der Behrensstraße, am Gendarmenmarkt und am Kurfürstendamm. "Allerdings schließen hier Firmen meistens Zeitmietverträge für ihre Manager ab, die nach geraumer Zeit Berlin wieder verlassen oder sich mittelfristig eigenes Wohneigentum erwerben", so Alexander Lampert diese Spitzenpreise. So sei auch zu erklären, dass in Toplagen des Berliner Südwestens häufig Liebhaberpreise für bebaute Wohngrundstücke bezahlt würden. Nach oben seien kaum Grenzen gesetzt: Preise von 20 Mill. DM nennt der Chef von Engel & Völkers Berlin als Richtgröße.

Aktuell sei der Trend zum so genannten Loft-Living: Wohnen und Arbeiten in restaurierten Fabrikgebäude. Reges Interesse bestehe an Bauten in Mitte und Prenzlauer Berg und auch wieder an Kreuzberg und Friedrichshain. Das Angebot an Lofts sei aber noch gering. Derzeit entstünden Lofts in der Melchorstraße (Mitte), im Scheunenviertel (Mitte), in der Marienburger Straße (Prenzlauer Berg) und am Paul-Lincke-Ufer (Kreuzberg). Je höher das Loft, desto heller die Räume und teurer die Preise: 3300 DM bis 4800 DM pro Quadratmeter.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben