Zeitung Heute : Total pauschal

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WENIGER GELD

Die Krankenhäuser sind knapp bei Kasse – und sie stehen vor einem tief greifenden Wandel. Etwa jedes vierte Haus in der Republik wird die kommenden Jahre bis 2020 nicht überleben, erwartet die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Das liegt zum einen an der Finanznot der Bundesländer, die den Häusern immer weniger Zuschüsse für dringend nötige Investitionen überweisen können. Zum anderen gilt seit Anfang 2005 ein neues Abrechnungssystem in den Kliniken: Bezahlt wird nur noch eine pauschale Summe pro Krankheitsfall, nicht mehr jeder Tag, den der Patient im Spitalbett verbringt. Immerhin geben die Krankenkassen jeden dritten Euro für die Leistungen der Kliniken aus. Folge der Umstellung: Die Einnahmen gehen stark zurück, zugleich gewinnen private Krankenhäuser gegenüber den öffentlich finanzierten immer mehr an Boden. Bis Ende 2009, wenn das so genannte Fallpauschalen-System komplett eingeführt ist, wird sich diese Entwicklung beschleunigen.

KLEINE VOR DEM AUS

Auch für die 69 Krankenhäuser in Berlin mit ihren rund 21 000 Betten sind die Zeiten rauer geworden – Personalabbau bei den rund 47 000 Mitarbeitern und eisernes Sparen sind zumeist die Folge. Am stärksten dürfte die Konsolidierungswelle kleine Krankenhäuser treffen. Die einzige Möglichkeit zum Überleben für sie: Spezialisierung oder Zusammenschluss mit anderen Häusern. brö

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