Zeitung Heute : Toyota fährt der Konkurrenz davon

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Japanischer Autohersteller steigert Absatz, Gewinn und Marktanteile – und führt in Deutschland die Zulassungsstatistik

Tokio (bas/HB/fo). Der Autohersteller Toyota bricht wieder einmal alle Rekorde. Mit einem Anstieg des Betriebsgewinns um 31 Prozent auf 1,66 Billionen Yen oder 12,8 Milliarden Euro lässt Japans größter Autobauer die internationale Konkurrenz hinter sich. Netto verdiente das Unternehmen, das im vergangenen Jahr Ford aus den USA als zweitgrößter Hersteller gemessen am Umsatz überholt hatte, im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 1,16 Billionen Yen oder 8,9 Milliarden Euro. Weltmarktführer General Motors und Ford kommen zusammen gerechnet gerade einmal auf die Hälfte.

Kein japanisches Unternehmen hat jemals so viel verdient. „Wir profitieren klar von unseren Bemühungen, unser Auslandsgeschäft zu stärken und ein globales Geschäftsmodell zu schaffen, das Marktfluktuationen und Wechselkursrisiken besser standhält“, kommentierte ToyotaPräsident Fujio Cho. Er hat das Ziel ausgegeben, Toyotas weltweiten Marktanteil auf 15 Prozent zu steigern. Mit einer Flut neuer Modelle hatte Toyota im vergangenen Jahr den Umsatz in allen Regionen der Welt erhöht. Insgesamt wurden so 17,3 Billionen Yen erlöst, 11,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Werke arbeiten derzeit weltweit mit voller Auslastung, was die Profitabilität steigert. Zu der operativen Umsatzrendite von traumhaften 9,6 Prozent trugen Kostensenkungen aber auch Sondereffekte aus der Rückübertragung der Beschäftigtenpensionskasse an den Staat bei.

„Asien wird in den kommenden zwei Jahren enorm wichtig für Toyotas Entwicklung sein“, sagte der Branchenanalyst Koji Endo von Credit Suisse First Boston in Tokio. Für den europäischen Markt wird derzeit ein Werk in der Tschechischen Republik gebaut. Die höchste Dynamik für Toyota, so Analysten, werde jedoch aus den USA kommen.

Auch in Deutschland ließ Toyota die Konkurrenz weit hinter sich. Mit einem Absatzplus von 32 Prozent auf 44 170 Fahrzeuge standen die Japaner an der Spitze der neu angemeldeten Fahrzeuge im April. Der gesamte Markt legte nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes um 3,4 Prozent auf 297126 Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahr zu. Diese Frühjahrsbelebung lasse auf einen „dauerhaften Aufschwung hoffen“, kommentierte das Amt die Zulassungsstatistik. In den ersten vier Monaten lag VW mit 1,6 im Plus, Mercedes verlor 3,2 Prozent, Opel/GM und Ford brachen sogar um 5,5 beziehungsweise 7,8 Prozent ein.

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