Zeitung Heute : Tradition und Zukunft

Gudrun Krämer Ulrike Freitag

Die Auseinandersetzung mit dem Islam prägt nicht nur in der Bundesrepublik die Politik und öffentlichen Debatten. Umso wichtiger ist es, sich tiefergehend mit den großen Themen dieser Debatten zu beschäftigen: der Bedeutung religiöser und rechtlicher Vorstellungen und Normen für muslimisches Leben, der Frage kultureller Identität und Authentizität in den Zeiten der Globalisierung, dem Verhältnis zwischen islamischer und nichtislamischer Welt.

Die Graduiertenschule „Islamisch geprägte Gesellschaften“ der Freien Universität Berlin soll die Vielfalt dessen, was historisch und in der Gegenwart unter Islam verstanden wurde, systematisch und vergleichend untersuchen. Das Ausbildungsprogramm umfasst mehrere Schwerpunkte, an deren Beispiel diese Beziehungen und Wechselwirkungen untersucht werden sollen: „Plurale Traditionen und mobile Traditionen“, „Heilige Räume und Topographien“ sowie „Soziale Ordnung und sozialer Protest“.

Hierbei geht es um das Zusammenwirken spezifisch islamischer religiöser und rechtlicher Bezüge mit sonstigen identitätsstiftenden Faktoren wie Sprache, Raum, Ethnie, soziale Lage und Geschlecht. Auch islamisch geprägte Gesellschaften leben nicht allein im Zeichen des Islam. Von Beginn an hat das Neben-, Mit- und Gegeneinander von Muslimen und Nicht-Muslimen die Ausformung islamischer Lehren, Kunst- und Lebensformen gestaltet. Der Koran selbst ist Zeugnis dieses Zusammenwirkens spätantiker religiöser und literarischer Traditionen.

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