Zeitung Heute : Traditionsreiches Blödelblatt steigert Auflage mit TV Themen - Auf dem Klo kann man eben besser lesen

Das Nonsensmagazin MAD knüpft mit Alfred E. Neumann, Don Martin und Co. in der jüngsten Ausgabe da an, wo einst die Grenzen des Genres gesprengt wurden: Erstmals wurden unter diesem Comictitel in den fünfziger Jahren in satirischer Form bekannte Fernsehserien, die Werbung oder andere Dinge des täglichen Lebens aufs Korn genommen. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die Mai-Ausgabe nun mit "TV-Total"-Moderator Stefan Raab, dessen Konterfei in gewohnt verfremdeter Weise das Cover ziert (die Zahnlücke und Segelohren von Titelheld Alfred E. Neumann inklusive). TV-Entertainer Harald Schmidt landete in ähnlicher Aufmachung auf der Rückseite - nach Verlagsangaben, weil Raab über mehr Selbstironie verfüge. Tatsächlich dürfte jedoch die Suche nach einem möglichst jungen MAD-Publikum die Raab-Rolle vorwärts gebracht haben. Das deutsche MAD war im Herbst 1995 nach 300 Ausgaben eingestellt worden. Die Optik der 60-er Jahre hatte die 14- bis 24-Jährigen zuletzt nicht mehr erreicht. Im Herbst 1998 nahm der Stuttgarter Dino-Verlag die Nonsens-Produktion wieder auf. Wie es bei der Redaktion auf Anfrage heißt, habe die Konzentration auf TV-Themen die verkaufte Auflage auf rund 100 000 Hefte gebracht. Durchgängiger Vierfarb-Druck habe MAD weiter stabilisiert.

Hintergründe und Expertisen zu aktuellen Diskussionen: Tagesspiegel Causa, das Debattenmagazin des Tagesspiegels.

Hier geht es zu Tagesspiegel Causa!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben