Zeitung Heute : TRAGIKOMÖDIE

Suicide Club

Wortlos steigen fünf Gestalten an den Rand des Hochhausdaches, aber da rumpelt unten das Zeitungsmädchen mit seinem Handwagen über das Kopfsteinpflaster. Der Moment zum Sprung ist verpasst und die Tür zum Dachausgang vorsorglich abgeschlossen. Ein Big-Brother- Szenario unter offenem Himmel entwirft Olaf Saumers in „Suicide Club“. Wer sich auf solch ein Setting einlässt, braucht Figuren, die die Spannung halten. Aber auch wenn deren Geheimnisse nur sukzessive freigegeben werden, sind die Charaktere dieser Versuchsanordnung leicht zu durchschauen. Man lernt sich kennen bei Flaschendrehen und heiterem Beruferaten. Dass am Schluss alle von ihrer Todessehnsucht befreit sind, ist klar. Die Depressionen hat man ihnen ohnehin nicht abgenommen, auch wenn sich die Schauspieler noch so abgemüht haben. Hölzern.Martin Schwickert

D 2010, 99 Min., R: Olaf

Saumer, D: Klaus Dieter Bange, Katja Götz

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